Freitag, 08. Juli 2016

Mindestens 35 Tote bei Anschlag auf schiitischen Schrein im Irak

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen schiitischen Schrein nördlich von Bagdad sind am Donnerstagabend mindestens 35 Menschen getötet worden. Damit erhöhte sich die Zahl der Opfer in der Nacht weiter, wie ein Polizeisprecher mitgeteilt hat.

Im Irak ist es wieder zu einem Selbstmordattentat gekommen.
Im Irak ist es wieder zu einem Selbstmordattentat gekommen. - Foto: © LaPresse

Zunächst war von mindestens 20 Toten die Rede gewesen. Mehr als 70 Menschen wurden verletzt. Zur Tat bekannte sich den Angaben zufolge die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Nach Darstellung der Polizei hatten sich drei Selbstmordattentäter als Sicherheitsbeamte der regierungstreuen schiitischen Milizen ausgegeben. Zwei Angreifer hätten ihre Sprengstoffgürtel am Eingang des Schreins in der Stadt Balad gezündet, sagte der Polizeisprecher. Der dritte Angreifer habe zwei Handgranaten in den Innenhof der Moschee geworfen.

Ausgangssperre ausgerufen

Die Behörden in der nördlichen Provinz Salaheddin riefen eine Ausgangssperre in Balad und weiteren Städten der Region aus. Die sunnitische Terrormiliz IS betrachtet Schiiten als Abtrünnige und verübt immer wieder Anschläge auf schiitische Wohnviertel oder Moscheen.
Der Angriff eignete sich wenige Tage nach dem verheerenden Anschlag auf ein beliebtes Einkaufsviertel in Bagdad, zu dem sich ebenfalls der IS bekannte. Dabei waren am Sonntag nach Angaben des Gesundheitsministeriums fast 300 Menschen getötet worden.

Dieser Anschlag war einer der schlimmsten in Bagdad seit dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003. Die Bombe explodierte in dem Stadtteil Al-Karada wenige Tage vor dem Ende des Fastenmonats Ramadan.

dpa

stol