Samstag, 07. Januar 2017

Mindestens 48 Todesopfer bei Anschlag in syrischer Rebellenstadt

Bei einem Bombenanschlag mit einem Tanklaster sind in der von Rebellen kontrollierten syrischen Stadt Asas mindestens 48 Menschen getötet worden. Dutzende weitere wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte verletzt, als am Samstag auf einem Markt eine Bombe in einem Tanklastzug explodierte.

Die Explosion auf einem Marktplatz vor einem Gerichtsgebäude tötete 48 Menschen und richtete schwere Verwüstung an.
Die Explosion auf einem Marktplatz vor einem Gerichtsgebäude tötete 48 Menschen und richtete schwere Verwüstung an. - Foto: © APA/AFP

Die Rebellenstadt Asas an der Grenze zur Türkei steht seit Monaten im Visier von Attentätern. Die Rebellen machen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) für eine Serie blutiger Anschläge verantwortlich. Das Attentat am Samstag war das bisher folgenschwerste.

Unter den Todesopfern seien fünf islamische Richter und 14 Rebellenkämpfer, die übrigen seien Zivilisten, meldete die oppositionsnahe Beobachtungsstelle, deren Angaben auf Aktivisten vor Ort beruhen und von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen sind.

Schwere Verwüstung

Der Anschlag traf einen Markt vor einem Gerichtsgebäude. Videoaufnahmen zeigten schwere Verwüstungen: Ein Gebäude war teilweise eingestürzt, auf der Straße lagen Trümmerteile und verbogenes Metall, mehrere umstehende Fahrzeuge standen in Flammen, dichte Rauchwolken stiegen auf. Die Identifizierung der Opfer sei extrem schwierig, weil viele Leichen bis zur Unkenntlichkeit verkohlt seien, berichtete die Beobachtungsstelle.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Der Augenzeuge Osama al-Merhi, der als Anwalt in dem Gerichtsgebäude arbeitete, sagte: „Diese Art von Verbrechen wird nur von den Terroristen des IS begangen. Sie sind es, die Zivilisten und diejenigen angreifen, die dieses Land aufbauen.“

Asas kommt nicht zur Ruhe

In Asas war erst im November eine Autobombe explodiert. Die Beobachtungsstelle hatte damals zehn Todesopfer gemeldet. Die Rebellen sprachen von 25 Todesopfern und wiesen dem IS die Schuld zu. Im Oktober waren in Asas nach Angaben der Beobachtungsstelle 17 Menschen durch eine Autobombe getötet worden.

Asas liegt in der nordsyrischen Provinz Aleppo. Anders als die Stadt Aleppo wurde Asas nicht von syrischen Regierungstruppen zurückerobert. Die Stadt wird von Rebellen kontrolliert, die vom Nachbarland Türkei unterstützt werden.

apa/afp

stol