Bei der Abstimmung im Parlament erhielt er 57 Stimmen, erforderlich waren mindestens 46. Gleich nach der geheimen Abstimmung legte Cerar den Eid als zehnter slowenischer Ministerpräsident ab.Cerar plant eine Drei-Parteien-Koalition zu bilden. Neben seiner Expertenpartei SMC („Partei von Miro Cerar“) sollen auch die linksgerichteten Pensionistenpartei (DeSUS) und die Sozialdemokraten (SD) die Mitte-Links-Regierung zusammensetzen. Sie wird 52 von insgesamt 90 Sitze im Parlament halten.„Ich werde mich mit all meinen Kräften für das Wohl Sloweniens einsetzen“, kündigte Cerar nach seiner Wahl zum Regierungschef an. Er appellierte an eine gute und konstruktive Kooperation zwischen seiner künftigen Regierung und dem Parlament.Nach seiner Wahl wird Cerar zwei Wochen Zeit haben, um seine Ministerliste dem Parlament zur Bestätigung vorzulegen. Am Montag kündigte er an, die Gespräche mit den beiden Koalitionspartnern zu intensivieren, um sein Ministerteam möglicherweise noch vor dem Fristablauf zusammenzusetzen. Die neue Regierung soll 15 Ressorts haben, davon soll die SMC acht Minister stellen, DeSUS vier und die SD drei. Es wird erwartet, dass die Ressortverteilung bis Ende dieser Woche fixiert wird.Vertrauen stärken, Sparkurs fortsetzenAls die wichtigste Priorität seiner Regierung hob Cerar die Wiederherstellung des Vertrauens in den Staat und seine Institutionen hervor. Das will er mit der Stärkung des Rechtsstaates in allen Bereichen erreichen. Bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen plant er die geltenden Sparmaßnahmen beizubehalten, solange es kein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent gebe. Bei der Privatisierung zeichnet sich hingegen eine zurückhaltendere Linie als bisher ab: der Verkauf der Staatsbetriebe soll „strategisch durchdacht“ sein. Dabei soll die wichtigste Infrastruktur im Staatsbesitz bleiben. Die Beobachter sehen darin eine Gefahr, da sich Privatisierungsverfahren verlangsamen könnten.Cerar, der mit seinen Bemühungen für lagerübergreifende Koalition gescheitert war, bekommt stattdessen eine „bunte“ Opposition. Die Oppositionsparteien aus dem rechten und linken politischen Lagern sehen nur wenige Gemeinsamkeiten unter einander, weshalb der neue Regierungschef keine gemeinsamen Aktionen befürchten muss.Die Oppositionsparteien – die Linkspartei Vereinte Linke (ZL), das Bündnis von Alenka Bratusek (ZAAB), der scheidenden Regierungschefin, das christdemokratische Neues Slowenien (NSi) und die konservative Demokratische Partei (SDS) – kündigten an, eine konstruktive Opposition zu sein und gute Projekte der Regierung unterstützen zu wollen.Trotz Kooperationstönen aus der Opposition erwarten Beobachter insbesondere von der SDS des inhaftierten Ex-Premier Janez Jansa, dass sie einen für sie bekannten harten Oppositionskurs einschlagen wird. Jansa, der trotz seiner Gefängnisstrafe als Abgeordneter an Parlamentssitzungen teilnehmen kann, kündigte an, dass die SDS verantwortungsvoll handeln werde und Reformen, „die diesem Namen würdig sein werden“, unterstützen werde. Allerdings kritisierte Jansa, dass der neue Regierungschef kein klares Programm für die Arbeit seiner Regierung darstellte.apa