Montag, 23. November 2015

Mit dem Zug von Mals nach Landeck?

Die Initiative zum Bau der Reschenbahn von Mals nach Landeck stößt bei der Bevölkerung im Vinschgau auf großes Interesse. Bei einem gut besuchten Informationsabend der Süd-Tiroler Freiheit in Mals, dem auch Vertreter verschiedener Gemeinden beiwohnten, zeigten sich die Bürger von den Plänen zur Anbindung der Vinschgaubahn an die Bahnlinie in Landeck überzeugt.

Die Vinschgerbahn bald unterwegs nach Landeck?
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Die Vinschgerbahn bald unterwegs nach Landeck?

Der Regierungsrat und Bezirkschronist, Prof. Robert Klien aus Pfunds, erläuterte in seinem Referat die Hintergründe des historischen Bahnprojektes, mit dessen Bau zwischen Landeck und Tösens bereits 1918 begonnen wurde. Dabei zeigte er auf, dass der Bau der Vinschgaubahn nicht isoliert geschah, sondern bereits von Beginn an als Teilstück einer internationalen Anschlussstrecke zwischen Landeck und dem schweizer Engadin konzipiert wurde. Lediglich die Folgen des 1. Weltkrieges und die Teilung Tirols vereitelten die Fertigstellung der Reschenbahn.

Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, zeigte in seinem Referat auf, welche Bauten der begonnen Reschenbahn noch vorhanden sind und stellte die detaillierten Pläne dieser Bahnverbindung vor, die in vielen Bereichen übernommen werden könnten. Nachdem sich der Südtiroler Landtag einstimmig für den Bau der Reschenbahn von Mals nach Landeck ausgesprochen hat, gilt es nun die Bevölkerung von den Vorzügen dieses Projektes zu überzeugen.

Große Wertschöpfung

Auf besonders großes Interesse stieß die Verkehrsstudie des Kantons Graubünden, welche allein für die Teilstrecke zwischen Landeck und Schuls eine jährliche Wertschöpfung von mehr als 100 Millionen Euro durch die Bahn erwartet. Durch die Anbindung über den Reschen nach Mals würde die Wertschöpfung zusätzlich steigen.

Neben den internationalen Anbindungen der Vinschgauban an die Arlbergbahn in Landeck und die rhätischen Bahnen der Schweiz, brächte der Bau der Reschenbahn demnach auch einen großen touristischen Nutzen für das gesamte Gebiet.

Anschluss der Skigebiete?

Nach dem Vorbild des erfolgreichen Mobilitätskonzeptes der Pustertalbahn könnten entlang der Strecke die Skigebiete Haideralm, Schöneben, Nauders, Serfaus-Fiss-Ladis und Fendels direkt an die Bahn angeschlossen werden, erinnert die Süd-Tiroler Freiheit. 

Neben der Optimierung des Rad- und Wandertourismus im Sommer, "würde dadurch auch eine perfekt vernetzte und europaweit einzigartige — autofrei erreichbare — Wintersportregion im Westen Tirols entstehen". 

stol