Hier die Tour im Überblick und interessante Informationen über lokale Besonderheiten und Geschichte.<BR /><BR /><b>Von Hanspaul Menara</b><BR /><BR />Das Ziel unserer Wanderung, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden kann und bei guter Witterung auch jetzt in vorgerückter Jahreszeit noch durchaus lohnend ist, ist der lang gezogene Porphyrhügel, der sich zwischen Auer im Norden und Neumarkt im Süden hinzieht und im Gemeindegebiet von Montan liegt. <BR /><BR />Castelfeder wird gern als „Arkadien Tirols“ bezeichnet, denn das felsdurchsetzte Grasgelände mit seinen Eichenhainen erinnert tatsächlich an eine griechische Landschaft. Zum archaischen Charakter von Castelfeder tragen aber auch die im obersten Bereich des Hügels befindlichen ausgedehnten Ruinen bei, die vor allem aus noch immer eindrucksvollen Resten einer mächtigen, frühgeschichtlichen Ringmauer mit Rundbögen bestehen, von denen drei am Südrand der Anhöhe befindliche Arkaden, die sogenannten „Kuchelen“, besonders bekannt sind. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1249314_image" /></div> <embed id="dtext86-72673235_listbox" /><BR /><BR />Noch stärker ins Auge fällt in der Nähe aber der den höchsten Punkt des Hügels krönende, weithin sichtbare Rest der einstigen romanischen Barbarakapelle, die im späten 18. Jahrhundert unter Kaiser Joseph II. profaniert und dann dem Verfall preisgegeben wurde. Sie steht auf den Fundamenten einer frühgeschichtlichen Baulichkeit, und ein kleiner Mauerrest erinnert auch an eine ehemalige Einsiedelei. <BR /><BR />Im Umkreis der Kapellenruine und der „Kuchelen“ befinden sich auch ein Felskopf mit einer glatt gescheuerten Gleitfläche, die man als „Fruchtbarkeitsrutsche“ bezeichnet, weil über sie einst Frauen zur Erlangung von Kindersegen gerutscht sein sollen. Auch sogenannte Schalensteine und eine aus dem harten Porphyr gemeißelte rechteckige Felswanne weisen in ferne Vergangenheit, lassen aber auch so manche ungelöste Frage offen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1249317_image" /></div> <BR />Auf dem nur wenig niedrigeren Kulminationspunkt im Norden des lang gezogenen Felsenriffs erheben sich weitere Ruinen, darunter offenbar das Fundament eines mächtigen Turmes aus dem 5. bis 6. Jahrhundert sowie Reste jener mittelalterlichen Burg der Herren von Enn, die urkundlich im Jahr 1203 als „castrum vetus Enne“ aufscheint.<BR /><BR />Dass der Hügel bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt war, haben unzählige Funde gezeigt, die bei archäologischen Grabungen und auch bei Schatzgräbereien ans Tageslicht gekommen sind, und möglicherweise stammen auch die Rutschbahn und die Schalensteine aus prähistorischer Zeit. <BR /><BR />Wir erwandern den Hügel von Norden her, steigen nach Überschreitung des Höhenrückens gegen Süden ab und umrunden dann die Ostseite, wobei wir kurz die alte Trasse der ehemaligen Fleimstalbahn berühren und offenbar auch ein Stück der römischen Via Claudia Augusta folgen. Diese führte, wie zwei auf Castelfeder gefundene Meilensteine vermuten lassen, über den Sattel, der Castelfeder mit den nach Montan ansteigenden Hängen verbindet.<h3> Die Tour im Überblick</h3><div class="img-embed"><embed id="1249320_image" /></div> <b>Wegverlauf:</b> Im Südbereich von Auer (Sportzone mit Parkplätzen, 260 m) der Beschilderung „Castelfeder“ auf Weg 5 zuerst die Umfahrungsstraße unterquerend und dann durch Wald ansteigend hinauf zu ersten Hangverflachungen, nun teils eben, teils leicht ansteigend zu den Burg- und Ringmauerresten im Nordteil der Kuppenhöhe (ca. 400 m) und über die Hochfläche zu ihrem Südteil mit der Ruine der Barbarakapelle, weiteren Mauerresten und den erwähnten Steindenkmälern (ca. 400 m; ab Auer ca. 1 Std.). – Abstieg: Auf dem nördlich unter der Kapelle beginnenden Abstiegsweg hinunter zum kleinen „Wurmsee“ und rechts auf Pflasterweg weiter hinab zu querendem Sträßchen (Schalensteine). Nun auf diesem links leicht ansteigend zu flachem Geländesattel und auf Weg 5 A und später wieder Weg 5 mäßig absteigend wieder zurück zur Sportzone von Auer. <BR /><BR /><b>Höhenunterschied:</b> ca. 150 m <BR /><BR /><b>Gesamtgehzeit:</b> ca. 2 Std.<BR /><BR /><b>Orientierung und Schwierigkeit:</b> Leicht und problemlos; gute, beschilderte, markierte und mit Informationstafeln versehene Wege. <BR /><BR /><b>Wanderkarten: 1:50.000:</b> Kompass, Blatt 74 (Südtirols Süden) – <b>1:25.000:</b> Tabacco, Blatt 049 <BR />(Südtiroler Weinstraße) <BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/panorama/seit-50-jahren-geht-er-dem-traumberuf-nach-im-wahrsten-sinne-des-wortes" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier erfahren Sie mehr über unseren Autor Hanspaul Menara.</a><BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/suche/Wandertipps" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Und hier finden Sie weitere seiner Wandertipps.</a>