Mittwoch, 03. Mai 2017

Mit Stefan Karch die Gedanken tanzen lassen

Schüler begegneten unheimlichen Gestalten und schrulligen Wesen, eine Performance zwischen Sprech - und Figurentheater.

Foto Benedikt Troi
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Foto Benedikt Troi

Im Licht der Scheinwerfer präsentierte Stefan Karch das schräge Lesetheater „Die Mondschein Gäng”. Das Publikum war fasziniert. Der herrlich verrückte Hase Crazy mit seinen Ohren, die baumeln, wie offene Bananenschalen, findet in einer Regennacht Finn. Das kleine Hauskätzchen hat sein Gedächtnis verloren. Im Traumhafen findet Finn neue Freunde: Die Ratte Rembrandt und Kater Rocco von der „Mondscheingäng“. Finn darf im Kasten der „Gäng“ wohnen. Gemeinsam versuchen die Freunde den Spuren von Finns Erinnerungen zu folgen. Dabei hilft besonders das nackte Huhn. Ein berührendes Abenteuer.

Stefan Karch, Autor zahlreicher Kinderbücher, nahm die Schüler bei seinen Buchvorstellungen in der Bibliothek der Grundschule Msgr. J. Tschurtschenthaler in eine Welt voller Fantasie mit. Finanziert wurde die Aktion der Lesewoche von der Stadtbibliothek Brixen und dem Schulsprengel Brixen-Milland.

Damit der Autor die Schlüsselszenen aus seinen Büchern zeigen kann, greift Stefan Karch zu Nadel und Faden. Seine kleinste Figur, ein Pferd, ist aus einer Babysocke genäht. Er bastelt seine winzig kleinen bis riesengroßen Spielfiguren selbst. Sie sind knallbunt und mit Schaumstoff gefüllt. Zur Musik bewegen sich die Figuren wie die Jugendlichen, die Sprache ist natürlich auch cool. Eddi, das Skelett, tanzt am liebsten im Waschbecken.

Mit großer Leichtigkeit erzählte Stefan Karch kindgerecht von den großen Themen des Lebens, der Liebe, von Verlust und Abschied und davon, wie schön es ist, eine Heimat zu haben.

Das erste Buch von Stefan Karch hatte 7 Seiten und war mit der Klammermaschine zusammengebunden. Das Spiel mit der Fantasie, Animal - Fantasyromane sind seine Leidenschaft. Tiere erzählen menschliche Themen.

Viele seiner über 35 Bücher hat er selbst illustriert. „So sieht ein Bilderbuch aus, bevor es gedruckt wird.“ Die neueste Geschichte handelt von einem Faultier, das einen strengen Vater hat. Wenn das Faultier nicht beobachtet wird, macht es eine doppelte Rolle vorwärts. Es begegnet einem Jaguar, der zu seinem Verdruss geschminkt wird. Die Bilder werden auf Papier gezeichnet, eingescannt und mit einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet. Das Buch bekommt ein Cover.

Im Drachenbuch hat der Illustrator sogar ein Daumenkino eingebaut.

Wie findet er neue Geschichten? Die Ideen kommen zu ihm. Er sammelt Gedanken. Wenn er genügend Stoff zusammen hat, dann wird auf dem Notebook weitergearbeitet. Er schreibt seine Texte mit einer Art Stroyboard, Anfang, Höhepunkt und Schluss werden festgelegt.

Einige seiner Bücher sind sogar ins Chinesische übersetzt worden.

Die Schüler bekamen Lust, die fantastischen Figuren auch in den Büchern zu erleben.

Grundschule Msgr. J. Tschurtschenthaler, Brixen

stol