<b>Von Mauro Stoffella</b><BR /><BR />Nicht schlecht, diese Zahlen: Jede dritte Online-Bestellung in Österreich kommt mittlerweile aus Asien, vornehmlich aus China. Nur 35 Prozent der Online-Ausgaben fließen noch an inländische Händler, 41 Prozent der Konsumenten haben bereits bei asiatischen Plattformen eingekauft. Besonders dramatisch zeigt sich diese Entwicklung bei der Retourenquote – diese soll in Österreich mittlerweile bei 56 Prozent liegen.<BR /><BR />Was tun? Die 150-Euro-Zollfreigrenze muss so früh wie möglich fallen: Weil der Warenwert meist unter diesem Wert liegt, werden weder Zoll noch Einfuhrabgaben fällig – der EU gehen so Milliardeneinnahmen verloren. Gleichzeitig sind die Zollbehörden überlastet, Produktfälschungen und Verstöße gegen geistige Eigentumsrechte häufen sich. Leidtragende sind vor allem die heimischen Händler.<BR /><BR />Aber auch Maßnahmen zur Marktüberwachung und Produktsicherheit müssen verstärkt gesetzt werden. Zudem wird ein härteres Vorgehen gegen Fake-Shops gefordert, die oft chinesische Adressen im Impressum anführen und seriöse Unternehmen vortäuschen. Sie vermitteln den Eindruck, dass es sich um eine renommierte Modeboutique, Lampen- oder Uhrenfirma handelt, und werben mit Abverkauf wegen Geschäftsauflösung oder ähnlichem. Doch in Wahrheit gibt es diese Geschäfte gar nicht und es hat sie auch nie gegeben.<BR /><BR />Laut einer Erhebung des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation wurden allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres genau 36.725 Werbeanzeigen mit Betrugsabsicht an Facebook- und Instagram-Nutzer in Österreich ausgespielt, die zu 71 Fake-Shops weiterleiteten. Diese Werbeanzeigen erreichten EU-weit 85,9 Millionen Personen, al<?TrVer> lein in Österreich lag die Reichweite bei knapp 30 Millionen.<h3> Irreführende KI-Werke von erfundenen Autoren</h3>Sehr „fake-verdächtig“ war auch diese Aktion von Amazon: Der Onlineriese hat Reiseführer für rund 20 Euro verkauft, die offenbar vollständig von Künstlicher Intelligenz (KI) verfasst wurden, wie eine Untersuchung des Portals tagesschau.de der ARD zeigt. Die beworbenen Autoren wie „Gustave Z. Luther“ oder „Rapheal Y. Jones“ seien nicht auffindbar, die Bücher voller Fehler, Klischees und widersprüchlicher Angaben.<BR /><BR />Anstelle von Fotos fänden Lesende zum Beispiel den Hinweis: „Indem wir auf Bilder verzichten, ermutigen wir Sie, die Spannung zu genießen, das Unbekannte zu entdecken.“ Besonders irritierende Stilblüte: „Wenn Sie die Sphinx jemals auf Fotos oder Filmen gesehen haben, werden Sie sie nie live sehen.“ Nach einer Recherche-Anfrage der Journalisten waren die betreffenden Titel binnen Stunden von der Plattform verschwunden.<h3> Digitale Ausbeutung, und zwar „Made in China“</h3>Zurück nach Asien: Die chinesische Kurzvideo-Plattform TikTok verdient massiv an Livestreams, in denen Kinder aus ärmsten Regionen um digitale Geschenke betteln – so zumindest enthüllt eine Untersuchung der britischen Tageszeitung „The Guardian“. Die Plattform behalte bis zu 70 Prozent der Spendensumme als Gebühr und Provision ein. Ein lukratives Geschäft mit der Not.<BR /><BR />In Ländern wie Afghanistan, Syrien und Kenia zeigten sich erschreckende Muster: Teils präsentierten organisierte Netzwerke täglich wechselnde Kinder in denselben <?Uni SchriftWeite="92ru"> Räumen. UN-Sonderberichterstatter<?_Uni> Olivier de Schutter bezeichnet dies als „digitales Raubtierverhalten“. TikTok beteuere hingegen, solche Inhalte zu verbieten und monatlich vier Millionen „problematische Livestreams“ zu sperren.<h3> 19 Kilo Kleidung pro Kopf – das kaufen Europäer im Schnitt</h3>Aus China kommt vor allem Kleidung: „Fast Fashion“ lautet das Stichwort. Die Bürger der EU haben noch nie so viel neue Kleidung gekauft wie im vergangenen Jahr, <?Uni SchriftWeite="97ru"> so die europäische Umweltagentur<?_Uni> (EEA). Pro Kopf waren es 19 Kilogramm, was einem prall gefüllten Reisekoffer entspricht. Die Entwicklung scheint unaufhaltsam: So waren es vor einigen Jahren noch 14 Kilogramm, die 17 Kilo-Marke wurde 2019 erreicht. Die <?Uni SchriftWeite="92ru"> EEA hofft nun auf eine EU-Richtlinie,<?_Uni> die ab Jänner die getrennte Entsorgung von Textilien vorschreibe, da bislang 85 Prozent aller Textilabfälle im Restmüll landeten.<BR /><BR />Fakt ist: Asiatische Plattformen überrollen uns zunehmend. Und das ist keine gesunde Entwicklung.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1193793_image" /></div>