Luxus-Geräte wie das iPhone von Apple müssen trotzdem nicht gleich billiger werden, glauben Marktexperten.2013 verspricht, zum Jahr der günstigen Smartphones zu werden – und das verschiebt die Gewichte in der Mobilfunk-Industrie. Beim Mobile World Congress in Barcelona sind Geräte allgegenwärtig, die weniger als 200 Euro kosten. Geräte mit dem neuen Firefox-Betriebssystem des Browser-Spezialisten Mozilla sollen sogar angeblich für nur 100 Euro zu haben sein. Die neuen Preislagen werden nicht nur das Geschäft der Handy-Hersteller verändern, sondern auch Milliarden neuer Nutzer ins mobile Internet bringen.Derzeit sei mit einem Anteil von 17 Prozent nicht einmal jeder Fünfte Handy-Nutzer mit einem Smartphone unterwegs, betonte Telefónica-Chef César Alierta in Barcelona. Das Gefälle zwischen Arm und Reich ist dabei extrem: In Westeuropa etwa ist jedes dritte Mobiltelefon ein Smartphone, in Schwellenländern liegt der Anteil bei nur sechs Prozent.Das wird sich aber sehr schnell ändern: Nach Branchenprognosen wird schon 2015 ein Drittel der weltweiten Bevölkerung ein internettaugliches Computertelefon nutzen. Das bedeutet auch, das Wachstum wird vor allem in Regionen wie China, Lateinamerika oder Afrika kommen.Druck auf Apple wächstHeißt das nun, dass auch ein Anbieter wie Apple zwangsläufig die Preise senken muss? Der Druck steige zumindest, sagt Nikolaus Mohr von der Unternehmensberatung Accenture. „Der Vorsprung, den ein Anbieter wie Apple noch vor einem Jahr aufgrund der Innovationen hatte, ist weg.“ Und die Loyalität der Kunden zu einzelnen Marken sei sehr begrenzt – aber „mit Ausnahme von Apple“, schränkt Mohr zugleich ein. Und auch Gartner-Analystin Annette Zimmermann sieht den iPhone-Konzern in einer eigenen Liga.„Wenn Apple wirklich – wie spekuliert wird – ein günstigeres Smartphone herausbringt, werden sie es bestimmt mit neuen Diensten oder Angeboten verknüpfen, die ihnen neue Umsätze garantieren“, vermutet sie. „Sie haben immer noch die besten Margen – und warum sollten die sich selber kaputtmachen?“ Smartphone wichtiger als Alkohol, Zigaretten, Sex und Schokolade?Außerdem haben die Verbraucher schließlich auch in Zeiten der Wirtschaftskrise bewiesen, dass sie gerne Geld für mobile Kommunikation ausgeben. „Ich habe vorhergesagt, dass sie lieber auf Alkohol, Zigaretten, Sex und Schokolade verzichten werden“, erinnerte sich in Barcelona Vodafone-Chef Vittorio Colao. Und tatsächlich sei der negative Effekt durch die schlechte Wirtschaftslage begrenzt geblieben.apa/dpa