Mittwoch, 12. Januar 2022

Filmemacher Luca Putzer (17): „Ein guter Drohnenpilot ist ein Bruchpilot“

Luca Putzer ist 17 Jahre alt, wohnt in Seis und ist ein erfolgreicher Fotograf und Filmemacher. Im September hat er für seine Drohnenaufnahmen den Peugeot Drone Film Festival Publikumspreis gewonnen und ist dafür nach Frankfurt gereist. Im Video sind wunderschöne Schneelandschaften auf der Seiser-Alm zu sehen, die während des letzten Winters unberührt blieben. Im Interview erzählt Luca über sein Privatleben und wieso ein guter Drohnenpilot ein Bruchpilot ist.

Mit diesem Video gewann Luca (im Bild mit der Videobrille) den Wettbewerb in Frankfurt. - Foto: © lucaputzer
STOL: Wie bist du zum Drohnen-Pilot geworden?

Luca Putzer: Es hat mit dem Fotografieren angefangen, was noch immer meine Leidenschaft ist. Als ich dann zu Weihnachten eine Drohne geschenkt bekam, habe ich angefangen auch mit der Drohne zu fotografieren und zu filmen. Die Videos vom Südtiroler Alex Meliss sind für mich eine große Inspiration gewesen.

STOL: Das Siegervideo hast du mit einer first person view Drohne (FPV-Drohne) gedreht. Wie baut und steuert man eine solche Drohne?


Luca: Ich habe mir das Bauen durch sehr viele YouTube-Videos selbst beigebracht. Danach habe ich die nötigen Bestandteile gekauft und meine Drohne, nach viel Bastelei, zusammengestellt.

Das Steuern der Drohne ist komplizierter. Ich habe mehrere Stunden am Computer mit einem Simulator geübt, bevor ich die Drohne geflogen habe. Bei einer FPV-Drohne habe ich eine Brille auf, die das Bild der Drohnen-Kamera überträgt. Dadurch sehe ich die Welt aus der Vogelperspektive.

STOL: Ist die Freiheit über den Wolken grenzenlos?

Luca: Ja, mit einer FPV-Drohne ist sie das. Sie erlaubt es mir, viel mehr Bewegungen zu machen, als mit einer normalen Drohne, d.h. ich kann damit Loopings fliegen, dynamisch fahren oder Kurven machen. Nur gesetzliche Grenzen gibt es, aber die gibt es überall.




STOL: Wie viele Drohnen muss ich abstürzen lassen, um mit meiner Drohne auch so grandiose Videos zu filmen?

Luca: (lacht) Das ist schwer zu sagen. Nur für mein Gewinner-Video ist mir die Drohne 3 Mal abgestürzt. Das hängt nicht nur vom Piloten ab, sondern auch von anderen Faktoren, wie zum Beispiel den eisigen Temperaturen im Winter, die die Batterie beeinträchtigen. Nicht nur Anfänger stürzen oft ab, ganz im Gegenteil: Wer keine Unfälle mit der Drohne hat, macht etwas falsch.



STOL: Was ist dein nächstes Projekt?

Luca: Ich möchte heuer wieder gern beim Peugeot Drone Film Festival teilnehmen und wieder gewinnen. Dieses Mal nicht mehr den Publikumspreis, sondern den Jurypreis und zwar mit einem neuen Video, das auf das Film Festival zugeschnitten ist. Das alte Video hatte ich nicht für das Film Festival gedreht, ich habe es nur nebenbei abgeschickt und hatte es schon vergessen, als ich nominiert wurde, weil bereits ein halbes Jahr vergangen war.

STOL: Wie stolz bis du auf den gewonnenen Preis?

Luca: Extrem stolz! Das Peugeot Drone Film Festival ist immerhin der größte Drohnen-Video-Wettbewerb in Europa. Leute aus aller Welt haben ihre Videos eingeschickt. Unter den Finalisten waren Leute aus Schweden, Chicago und Los Angeles.

STOL: Was machst du, wenn du nicht durch deine Kamera-Linsen oder Drohnenbrille schaust?

Luca: Ich bin erst 17 und gehe noch in die Schule. Ich besuche die Technologische Fachoberschule Max Valier in Bozen. Ansonsten gehe ich viel in die Berge, ob zum Wandern oder mit dem Fahrrad. Meine Kamera nehme ich aber immer mit.

STOL: Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Luca: Das ist schwer zu sagen, 10 Jahre sind eine lange Zeit. In dieser Zeit werde ich auf jeden Fall das machen, was ich auch jetzt schon mache: fotografieren und filmen. Ich möchte auch die Welt bereisen und Länder sehen, die nicht so touristisch sind.

Luca Putzer auf Instagram: lucaputzer

teo