Montag, 29. Januar 2018

Hilferuf: Selbstverletzendes Verhalten im Netz

Cybermobbing gibt es auch umgekehrt. Dabei wird ein Jugendlicher nicht von anderen gemobbt – er postet selbst anonym gemeine Dinge über sich im Internet. Bemerken Eltern so etwas, sollten sie es als Hilferuf ihres Kindes verstehen. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hin.

Selbstverletzendes Verhalten äußert sich auch durch anonyme Beiträge von Jugendlichen im Netz.
Selbstverletzendes Verhalten äußert sich auch durch anonyme Beiträge von Jugendlichen im Netz. - Foto: © shutterstock

Warum genau Jugendliche sich selbst mobben, wissen die Ärzte noch nicht. Sie vermuten aber, dass ähnliche Mechanismen wie bei der körperlichen Selbstverletzung – etwa dem Ritzen – zum Tragen kommen.

Selbstverletzendes Verhalten im Netz, auch „Digital self-harm“ genannt, kann ein Ventil für Frust und psychische Probleme sein. Manche Jugendliche versuchen so ihr eigenes negatives Selbstbild zu bestätigen. Andere hoffen, dass ihre Freunde sie in Schutz nehmen, wenn sie im Internet gemobbt werden.

Eltern betroffener Kinder können sich zunächst an den Kinder- und Jugendarzt wenden. Er unterstützt die Familie dabei, geeignete Beratungs- und Therapieangebote zu finden 

dpa

stol