Mittwoch, 04. April 2018

Medizin: Apps messen Hand-Durchblutung

Das Messverfahren der Hand-Durchblutung einer Smartphone-App hat sich als sicherer herausgestellt als die gängigen physischen Untersuchungsverfahren. Das zeigt eine Studie der University of Ottawa Heart Institute.

Smartphone-Apps können nun auch die Hand-Durchblutung messen.
Smartphone-Apps können nun auch die Hand-Durchblutung messen. - Foto: © shutterstock

Die Forscher der Studie betonen das große Potenzial von Smartphones für die medizinische Diagnostik: „Aufgrund der breiten Verfügbarkeit von Smartphones werden sie zunehmend für Vor-Ort-Diagnostik in klinischen Umgebungen mit minimalen Kosten genutzt", sagt Benjamin Hibbert, Kardiologe am University of Ottawa Heart Institute. 

Das mit Kamera und eigener Software ausgestattete Smartphone kann so zum Beispiel als Plethysmograph umfunktioniert werden. Plethysmographen messen die Veränderungen in der Durchblutung. Eben diese Art der Anwendung hat das Team nun mit einem physischen Diagnoseverfahren, dem modifizierten Allen-Test, verglichen. Dieser dient der Bestimmung, ob die Durchblutung der Hand wirklich über beide dorthin führenden Arterien funktioniert.

Eine solche Prüfung ist beispielsweise vor Eingriffen wichtig, die eine der Arterien zeitweilig blockieren, wie das Legen eines Herzkatheters. Bei 438 Patienten, bei denen eben diese Prozedur anstand, hat das Team für die Studie neben einer klinischen Plethysmographie testweise entweder einen Smartphone-Test am Zeigefinger oder den Allen-Test durchgeführt. Die genutzte Smartphone-App, "Instant Hear Rate 4.5.0" auf einem iPhone 4S, hat dabei eine diagnostische Genauigkeit von 94 Prozent erreicht und damit den Allen-Test um 10 Prozentpunkte übertroffen.

Die App ist derzeit nicht von Regulatoren für die Nutzung im Gesundheitswesen zertifiziert – dennoch betone sie das große Potenzial von Smartphones für die Medizin, so die Forscher.

stol

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