Für seine Patienten ist dem Mediziner keine Autofahrt zu weit, keine Berghütte zu entlegen und kein Urlaub heilig.<BR /><BR /><BR />Der Schauspieler Hans Sigl (52) startete seine Karriere am Tiroler Landestheater in Innsbruck. Er war und ist in etlichen Krimireihen zu sehen. Seit 2008 spielt er den „Bergdoktor“ im ZDF. Hans Sigl lebt in Oberbayern.<BR /><BR /><b>Sie spielen diese Rolle jetzt seit 15 Jahren und scheinen sich nicht in die „Bergdoktor“-Schublade gesteckt zu fühlen.</b><BR />Hans Sigl: Nein, ich habe dieses Jahr auch noch den zweiten Teil von „Flucht durchs Höllental“ gedreht und ich habe daneben auch andere Betätigungsfelder wie Lesungen, Live-Programme und vielleicht bald schon noch ganz was anderes. Wir haben in diesen 15 Jahren ja auch nicht immer die gleichen Geschichten gehabt, so dass es nicht langweilig wurde. Das Schöne war auch, dass ich mit der Redaktion und mit der Produktion meine Figur weiterentwickeln konnte. Das ist der Unterschied zu einer Krimiserie.<BR /><BR /><b>Die gesamte Serienfamilie Gruber entwickelt sich weiter.</b><BR />Sigl: Wir erzählen Familiengeschichten, und dass jedes Jahr eine neue Situation da ist, passt. Die Tochter wird älter, es gibt andere Probleme, Dr. Gruber ist älter geworden ist. Es hat sich alles verändert. Und das ist das Spannende bei einer Familie in Serie.<BR /><BR /><b>Es ist die zweite Staffel, die Sie während der Corona-Pandemie gedreht haben. Das Virus kommt in der Serie aber weiterhin nicht vor?</b><BR />Sigl: Nein. Man wusste ja zu Beginn auch nicht, wie sich die Pandemie entwickeln würde und wie die Situation dann ist, wenn die Serie ausgestrahlt wird. Ist es dann vorbei? Was für einen Lösungsansatz müssten wir dann bieten? Außerdem wollten wir getreu unserem Feelgood-Movie-Motto den Menschen einfach Unterhaltung bieten und Erholung von dem ganzen Corona-Thema. Wir sind ja nicht als kritisches Documentary-Format am Start, sondern als Familienserie. Und das wollen wir auch bleiben.<BR /><BR /><BR />HINTERGRUND: DER TV-ERFOLG „BERGDOKTOR“<BR /><BR />Eigentlich feiert „Der Bergdoktor“ heuer 2 Jubiläen: die 15. Staffel des aktuellen Teams und das 30-jährige Jubiläum der Serie. Der Pilotfilm „Auferstehung“ lief am 26. Oktober 1992 im TV. „Bergdoktor“ Gerhart Lippert (84) ordinierte damals auf Sat.1 und im ORF. In den darauffolgenden Jahren verfolgten jeweils über 10 Millionen Zuschauer Woche für Woche die Erlebnisse des „Bergdoktors“ im fiktiven Ort Sonnenstein (in echt: Wildermieming auf dem Mieminger Plateau). <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="724814_image" /></div> <BR />1997 übergab Lippert das Stethoskop an seinen Nachfolger Harald Krassnitzer (61). Trotz großen Erfolgs wurde die Serie eingestellt; die letzte Episode des „Bergdoktors“ lief auf Sat.1 am 27. April 1998, in ORF 2 war sie am 15. September 1999 zu sehen. <BR /><BR />Es dauerte fast 10 Jahre, bis der „Bergdoktor“ nunmehr in Ellmau wieder Patienten empfing – im ZDF und ORF und mit dem steirischen Schauspieler Hans Sigl (52). Seither läuft „Der Bergdoktor“ wieder erfolgreich im ORF und – jeweils einen Tag später – im ZDF. Wissen Sie noch, wie am 6. Februar 2008 in der Folge „Heimweh“ alles begann? Hier eine kurze Auffrischung der vergangenen 14 Staffeln. <BR /><BR />Wie alles begann: Nach Jahren in New York kehrt Dr. Martin Gruber (Hans Sigl) in seine Heimat Ellmau zurück. Auf dem elterlichen Hof leben seine Mutter Lisbeth (Monika Baumgartner, 70), Bruder Hans (Heiko Ruprecht, 49) und dessen Tochter Lilli (Ronja Forcher, 25). Lilli ist biologisch gesehen jedoch Martins Tochter – denn der hatte einst eine Affäre mit Hans' inzwischen gestorbener Frau. Das Wiedersehen der Brüder ist also nicht einfach. Doch die Familie rauft sich zusammen. Martin übernimmt eine Praxis und bleibt. Lilli hat nun 2 Väter.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="724817_image" /></div> <BR /><BR />Der Bergdoktor-Alltag: Martin Gruber ist für die Patienten wirklich immer da – in der Regel hat er auch nur einen einzigen. Für diesen ist ihm keine Autofahrt zu weit, keine Berghütte zu entlegen und kein Urlaub heilig. Immer landen die Patienten in der nahen Klinik, in der der Bergdoktor fast mehr Zeit verbringt als in seiner Praxis. Bei Bedarf steht er im Operationssaal. Und immer liefert er sich Blödeleien mit seinem Freund, dem Chirurgen Dr. Alexander Kahnweiler (Mark Keller, 56).<BR /><BR />Die Patienten: Mit einer simplen Erkältung hat es der Bergdoktor in seiner Praxis selten zu tun. Bei ihm schlagen die komplizierten Fälle auf. Gemeinsam mit Kahnweiler gelingt ihm die Diagnose übelster Krankheiten: Chorea Huntington, Hodgkin-Lymphom, selbst einen Fall von Pest gab es schon, und auch mit einem tödlichen Virus bekam es der Arzt zu tun. Besonders skurril: Eine seiner Patientinnen hatte eine lebensbedrohliche Allergie gegen die DNA ihres Ehemannes entwickelt – das Paar musste sich trennen. Derlei menschliche Schicksale gehen dem Arzt nahe.<BR /><BR /><b>Stress in der heilen Welt</b><BR /><BR /><BR />Sympathieträger und Nervensägen: Dramaturgisch wichtig ist, dass es in der heilen „Bergdoktor“-Welt ab und an Stress gibt. Die Grubers zählen zu den positiven Figuren. Mama Lisbeth hält die Familie zusammen, sorgt für die Frühstückseier („Spiegel oder Rühr?“) und macht sich viele Sorgen wegen des unsteten Lebenswandels ihrer Söhne. Hans ist ein herzensguter Kerl, dem jedoch bisweilen die Nerven durchgehen. Zwischenzeitlich mutierte er zum Bad Boy, als er den Hof verkaufen wollte. Doch das ist Vergangenheit. <BR /><BR />Frohnatur Lilli ist vom kleinen Mädchen zur jungen Frau herangewachsen. Die Teenagerflausen hat sie gut überstanden. Ihre Väter sind mächtig stolz auf sie. Zu den Figuren, die an den Nerven sägen, gehört die biedermeierliche Wirtin Susanne (Natalie O’Hara 45), die ebenso verzweifelt wie vergeblich aus dem Bauern Hans einen Kellner in ihrem Gasthaus machen wollte. Den Bergdoktor selbst kostete die Liebschaft mit Rike (Regula Grauwiller, 51) einst fast das Leben. Die Versicherungsfrau hatte sich ihm unterwürfig an den Hals geworfen und ihr psychisch gestörter Sohn den Arzt nach einem Sturz beim Klettern fast sterben lassen. Dieser Vorfall beendete glücklicherweise das Kapitel Rike.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="724820_image" /></div> <BR /><BR /> Nicht beendet ist das Thema Anne (Ines Lutz, 38). Martins Freundin darf durchaus als falsche Schlange eingestuft werden. Über Jahre nervte sie mit absurden Vorwürfen, versuchte den Gruber-Hof zu ruinieren und macht weiter Theater wegen Martins ehemalige Freundin Franziska (Simone Hanselmann, 42).<BR /><BR />Was kommt? Martins Ex-Freundin Franziska erwartet ein Baby von ihm. Nach einigem Hin und Her hat Franziska entschieden, nach New York zu ziehen und den Sohn dort alleine großzuziehen. Der Bergdoktor will nur ungern auf sein Kind verzichten. Stress ist zu erwarten – zumal Franziskas Mutter auftaucht, die das Zeug zur Zicke hat.<BR /><BR />Ein Ende ist nicht in Sicht: Staffeln 16 und 17 sind laut Hans Sigl schon in Planung.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />