Freitag, 11. Dezember 2015

Mussolini nicht mehr Ehrenbürger von Laatsch

Der Gemeinderat von Mals hat einstimmig beschlossen, dem faschistischen Diktator Benito Mussolini die Ehrenbürgerschaft zu entziehen.

Mussolini- Laatsch
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Mussolini- Laatsch

Die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit, welche dem Bürgermeister von Mals in einem Schreiben auf die bestehende Ehrenbürgerschaft hingewiesen hat, begrüßt die klare Entscheidung des Gemeinderates.

Damit wurde in einer weiteren Gemeinde die Ehrenbürgerschaft entzogen. Nun hofft die Süd-Tiroler Freiheit, dass auch die Gemeinde Sexten dem Diktator die Ehrenbürgerschaft entzieht. 

Vor einigen Wochen hat die Süd-Tiroler Freiheit darauf hingewiesen, dass die Ehrenbürgerschaft an Mussolini am 23. Mai 1924 von der damaligen noch eigenständigen Gemeinde Laatsch zuerkannt wurde. Die Zeitung „Bozner Nachrichten” berichten in ihrer Ausgabe vom 28. Mai 1924: „Mussolini – Ehrenbürger von Laatsch. Der Gemeinderat von Laatsch hat in seiner Sitzung am 23. Mai, einstimmig dem Ministerpräsidenten Erz. Mussolini das Ehrenbürgerrecht von Laatsch verliehen”. Der „Gazzettino” bemerkte hierzu: “Diese Tat der Gemeinde, die bei den Wahlen einen sehr starken Prozentsatz der Stimmen für die faschistische Liste abgab, ist bemerkenswert. Laatsch ist die erste Gemeinde im Hochetsch, die den Ministerpräsidenten Mussolini das Ehrenbürgerrecht verlieh”.

Am 8. Mai des Jahres 1924 erging an alle Gemeindevorsteher Südtirols der verpflichtende Auftrag zur Ernennung Mussolinis zum Ehrenbürger aus Anlass des Jahrestages des Marsches auf Rom (24. Mai 1922). Das Schreiben im (übersetzen) Wortlaut: Herr Bürgermeister. Ich mache Ew. Wohlgeboren auf die hohe Bedeutung aufmerksam, welche die Ernennung Se. Exzellenz des Ministerpräsidenten seitens ihres Gemeinderates zum Ehrenbürger ihrer Gemeinde bei Gelegenheit der nahen Wiederkehr des 24. Mai haben könnte. Sie würden dadurch dem jüngst gegebenen Beispiel der Reichshauptstadt folgen, welches die einmütige Zustimmung der Nation gefunden hat. Wollen also Ew. Wohlgeboren zum gedachten Zweck den Gemeinderat dringend ein berufen und mir umgehend den gefassten Beschluss mitteilen. Es ist wohl nicht notwendig zu bemerken, dass im Protokoll über den betreffenden Ernennungsbeschluss über diesen Brief keine Ernennung geschehen darf.

Werner Thaler

Leitungsmitglied der Süd-Tiroler Freiheit

SÜD-TIROLER FREIHEIT, Bozen

stol