Samstag, 30. Dezember 2017

Mutmaßlicher Attentäter von St. Petersburg festgenommen

Der russische Geheimdienst FSB hat den mutmaßlichen Attentäter des Terroranschlags in einem Supermarkt in St. Petersburg festgenommen. Der Verdächtige sei am Samstag gefasst worden und werde nun vernommen, teilte der FSB der staatlichen Agentur TASS zufolge mit. Details zur Festnahme waren zunächst nicht bekannt.

Die Terrormiliz will den Anschlag auf einen Supermarkt verübt haben Foto: APA (AFP)
Die Terrormiliz will den Anschlag auf einen Supermarkt verübt haben Foto: APA (AFP)

Am Mittwoch war in einem Supermarkt in Russlands zweitgrößter Stadt eine selbstgebaute Nagelbombe mit einer Sprengkraft von etwa 200 Gramm Dynamit explodiert (STOL hat berichtet). Mehr als ein Dutzend Menschen wurden in ein Krankenhaus gebracht, zudem gab es zahlreiche Leichtverletzte. Die Terrormiliz „Islamischer Staat” (IS) reklamierte die Tat am Freitag für sich. Der Anschlag in der russischen Metropole sei von einer „Gruppe” mit Verbindungen zum IS verübt worden, hieß es in einer Erklärung, die vom IS-Propagandaorgan Amaq verbreitet wurde.

Der Sprengsatz war in einem Schließfach in dem Supermarkt in Russlands zweitgrößter Stadt platziert worden. Die Detonation ereignete sich, als viele Russen wegen der Vorbereitungen auf den Jahreswechsel und das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Jänner unterwegs waren.

Auf am Donnerstag veröffentlichten Bildern einer Überwachungskamera aus dem Supermarkt war ein Mann in einer Kapuzenjacke mit einem offenbar schweren Rucksack zu sehen, der den Supermarkt anschließend ohne den Rucksack wieder verließ. Das Nationale Antiterror-Komitee (NAK) übernahm die Ermittlungen.

Putin erhöht Strafen

Russlands Staatschef Wladimir Putin stufte den Anschlag als „terroristische Tat” ein und drang auf einen gnadenlosen Kampf gegen Attentäter. Im Falle eines drohenden Anschlags sollten die Sicherheitskräfte im Zweifel „die Banditen an Ort und Stelle liquidieren”.

Putin unterzeichnete am Freitag zudem ein Gesetz, das die Strafen für Terrorfinanzierung und die Anwerbung extremistischer Gewalttäter deutlich erhöht. Das Gesetz sieht vor, die Höchststrafe für die Vergehen von bisher zehn Jahren Gefängnis auf lebenslange Haft zu erhöhen. Die Duma hatte die Neuregelung am 14. Dezember beschlossen, am vergangenen Mittwoch stimmte auch das russische Oberhaus zu.

apa/dpa

stol