Dienstag, 24. April 2018

Mutmaßlicher Mörder von Journalist in Mexiko festgenommen

Fast ein Jahr nach dem Mord an dem bekannten mexikanischen Journalisten Javier Valdez hat die Polizei den mutmaßlichen Mörder gefasst. Der Verdächtige sei seit Montag in Haft, teilte Mexikos Innenminister Alfonso Navarrete im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Sprecher des Innenministeriums konnten zunächst keine Einzelheiten zu dem Verdächtigen und den Umständen seiner Festnahme nennen.

Fast ein Jahr nach dem Mord an dem bekannten mexikanischen Journalisten Javier Valdez hat die Polizei den mutmaßlichen Mörder gefasst.
Fast ein Jahr nach dem Mord an dem bekannten mexikanischen Journalisten Javier Valdez hat die Polizei den mutmaßlichen Mörder gefasst. - Foto: © shutterstock

Der 50-jährige Valdez, der über den mexikanischen Drogenkrieg berichtet und mehr als zehn Jahre lang auch für die Nachrichtenagentur AFP gearbeitet hatte, war am 15. Mai 2017 in seiner Heimatstadt Culiacán im Bundesstaat Sinaloa auf offener Straße erschossen worden.

Valdez' Witwe Griselda reagierte zurückhaltend auf die Festnahme. „Wenn sie beweisen können, dass er wirklich der Mörder ist, dann müssen wir wissen, warum er es getan hat, was das Motiv war und wer den Mord in Auftrag gegeben hat”, sagte. Zumindest bestehe nun die Möglichkeit, das Verbrechen aufzuklären.

Valdez hatte seit fast drei Jahrzehnten als Journalist gearbeitet. Außer für AFP schrieb der Familienvater auch für die mexikanische Zeitung „La Jornada” und die von ihm mitbegründete Zeitschrift „Ríodoce”. Das Magazin wurde eine maßgebliche Quelle in der Berichterstattung über den Drogenkrieg in einem Land, in dem viele Medien aus Angst vor Gewalt Selbstzensur üben.

Valdez schrieb unter anderem über das Sinaloa-Kartell und dessen inzwischen inhaftierten Gründer Joaquín Guzmán alias „El Chapo”. Für seine Arbeit und seinen Einsatz für die Pressefreiheit wurde er 2011 von der US-Medienrechtsgruppe Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) ausgezeichnet. Zudem erhielt er einen Preis der Journalistenschule der Columbia University.

Rivalisierende Banden liefern sich in Mexiko einen Krieg um die Vorherrschaft über den Drogenhandel. Seit die Regierung im Jahr 2006 einen Militäreinsatz gegen die Drogenbanden startete, hat die Gewalt noch zugenommen - auch die Morde an Journalisten.

Seit dem Jahr 2000 wurden nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen mehr als hundert Journalisten in Mexiko ermordet. Mit Valdez wurden 2017 insgesamt elf Journalisten getötet. Damit ist Mexiko das zweitgefährlichste Land für Journalisten - nach Syrien.

apa/ag.

stol