Freitag, 13. Mai 2016

Nach 2 Tagen: Kampf dem Gesetz zu Homo-Partnerschaften

Kaum vom Parlament verabschiedet, schon bildet sich in Italien eine breite Front gegen das umstrittene Gesetz zur Anerkennung homosexueller Lebenspartnerschaften. Eine Koalition aus der konservativen Regierungspartei NCD, der oppositionellen Lega Nord und katholischen Verbänden will mit einem Referendum das Gesetz, das am Mittwoch vom Parlament gebilligt wurde, kippen.

So lange wurde für die Anerkennung von homosexuellen Partnerschaften gekämpft. Jetzt geht der Kampf weiter.
So lange wurde für die Anerkennung von homosexuellen Partnerschaften gekämpft. Jetzt geht der Kampf weiter.

Eine halbe Million Unterschriften wollen die Gegner der „Unioni civili“, der zivilen Lebenspartnerschaften, sammeln, um dem Kassationsgericht einen Referendumsantrag zur Abschaffung des Gesetzes vorzulegen.

Angeführt wird die Kampagne vom Präsidenten des Förderungskomitees des „Family Days“, Massimo Gandolfini. Dieser hatte in den vergangenen Monaten Hunderttausende Demonstranten in Rom auf die Straße gebracht, um gegen die gesetzliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften zu protestieren.

Salvini: "Bürgermeister sollen Partnerschaft nicht registrieren"

Indes rief Lega Nord-Chef Matteo Salvini die Bürgermeister seiner Partei auf, die Umsetzung des Gesetzes zu boykottieren. Bürgermeister wurden aufgefordert, die homosexuellen Lebenspartnerschaft nicht zu registrieren, wie es das Gesetz vorsieht. Kritik kam auch seitens der katholischen Kirche. „Ein Großteil des Landes will dieses Gesetz nicht“, sagte der sizilianische Erzbischof Michele Pennisi.

Der verabschiedete Gesetzentwurf ist ein mühsam ausgehandelter Kompromiss zwischen dem Partito Democratico (PD) von Premier Renzi und dem konservativen Koalitionspartner NCD. Aus dem ursprünglichen, von der PD-Senatorin Monica Cirinna redigierten Entwurf, wurde der umstrittene Passus des Adoptionsrechts für homosexuelle Paare („Stepchild Adoption“) gestrichen.

apa

stol