Dienstag, 16. Februar 2016

Nach Angriffen auf Kliniken in Syrien wächst Kritik an Russland

Nach Luftangriffen auf Krankenhäuser und Schulen im Norden Syriens wächst international die Kritik an Russland und dem syrischen Regime. Das türkische Außenministerium erklärte, die Angriffe auf zivile Ziele seien „nach internationalem Recht ein klares Kriegsverbrechen“.

Foto: © APA/AFP

Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault verurteilte die Bombardierung von Kliniken scharf. „Die Angriffe des Regimes oder seiner Unterstützer auf Gesundheitseinrichtungen in Syrien sind inakzeptabel und müssen sofort aufhören“, sagte er. Moskau wies die Anschuldigungen zurück.

UN-Sondervermittler Staffan de Mistura bemühte sich am Dienstag bei einem Besuch in Damaskus, die ausgesetzten Friedensgespräche in Genf wie geplant bis Ende des Monates wieder in Gang zu bringen. Bei einem Treffen mit dem syrischen Außenminister Walid al-Muallem warb er für eine Waffenruhe und Hilfslieferungen, auf die sich die beteiligten internationalen Mächte bei einem Treffen in München geeinigt hatten. Al-Muallem erklärte, seine Regierung sei weiterhin zu einem syrisch-syrischen Dialog ohne Vorbedingungen bereit.

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier rief Russland und die Türkei zur Einhaltung der Münchner Friedensvereinbarung auf. Die jüngsten Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen bezeichnete er als neuen „traurigen Tiefpunkt“ des Konflikts.

Angriffe auf mindestens fünf Krankenhäuser und zwei Schulen in den nördlichen Provinzen Aleppo und Idlib hatten die Spannungen am Montag verschärft. Dabei kamen nach UN-Angaben fast 50 Menschen ums Leben.

apa/dpa

stol