Mittwoch, 20. Juli 2016

Nach Axt-Attentat: Flüchtlingsdebatte flammt wieder auf

Wie und wann hat sich der junge Flüchtling radikalisiert, der mit Axt und Messer auf Mitreisende in einem Regionalzug losging? Hätten die Behörden wachsamer sein können? Schon werden Rufe nach politischen Konsequenzen laut. Und alte Forderungen.

Spurensuche: Nach der Axt-Attacke von Würzburg laufen die Ermittlungen.
Spurensuche: Nach der Axt-Attacke von Würzburg laufen die Ermittlungen. - Foto: © APA/AFP

Nach dem Terrorangriff eines 17-jährigen Flüchtlings bei Würzburg droht die Debatte über die Asylpolitik in Deutschland neu aufzuflammen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bekräftigte angesichts der Bluttat die CSU-Forderung, den Zuzug von Flüchtlingen zu begrenzen.

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) sieht kein erhöhtes Terrorrisiko durch Asylbewerber. Wenn sehr viele Flüchtlinge kämen, sei es aber selbstverständlich denkbar, „dass der eine oder andere von ihnen ebenfalls für solche Ideologien anfällig ist“.

2 Opfer schweben noch immer in Lebensgefahr

Bei dem Attentäter, der am Montagabend in einem Regionalzug bei Würzburg Mitreisende mit Axt und Messer angegriffen hatte, handelte es sich nach bisherigen Erkenntnissen um einen 17-Jährigen aus Afghanistan. Bei der Attacke waren fünf Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwebten in der Nacht zum Mittwoch noch in Lebensgefahr. Der Attentäter wurde erschossen, als er auf der Flucht Polizisten angriff.

Video: Bin ein Soldat des IS

In einer Videobotschaft bezeichnete er sich als Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat. Das bayerische Innenministerium bestätigte die Echtheit des Videos am Dienstagabend. „Im Namen Gottes, ich bin ein Soldat des IS und beginne eine heilige Operation in Deutschland“, sagt der 17-Jährige darin. Wann sich der junge Mann radikalisierte und inwieweit er tatsächlich mit dem IS vernetzt war, ist bislang unklar. Den Sicherheitsbehörden war er nie aufgefallen.

dpa

stol