Mittwoch, 08. Juli 2015

Nach Flüchtlingsdrama mit 800 Toten: Prozess gegen Schlepper

Nach der Bergung der Leichen von 13 der rund 800 Flüchtlinge, die bei der Bootskatastrophe am 18. April im Mittelmeer ums Leben gekommen sind, hat die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Catania einen Prozess gegen den Kapitän des gekenterten Schiffes und ein Crewmitglied beantragt. Die beiden waren im April in Catania festgenommen worden.

Foto: © LaPresse

Der 27-jährige tunesische Kapitän und der um zwei Jahre jüngere Syrer beteuerten ihre Unschuld. Laut Staatsanwaltschaft gebe es jedoch konkrete Beweise für ihre Schuld, berichteten italienische Medien.

Das Besatzungsmitglied machte den Kapitän für die Kollision mit einem portugiesischen Handelsschiff verantwortlich, die zum Kentern des Flüchtlingsbootes geführt hatte.

Dem Kapitän werden vielfache fahrlässige Tötung, Verursachen eines Schiffsuntergangs, Freiheitsberaubung und Beihilfe zur illegalen Migration vorgeworfen. Vor der Abfahrt seien die Flüchtlinge schwer misshandelt worden, sagte der Staatsanwalt von Catania, Giovanni Salvi.

Das rund 20 Meter lange Schiff war nach dem Zusammenstoß mit einem portugiesischen Frachter, der auf ein Notrufsignal reagiert hatte, gesunken. Nur 28 Menschen konnten gerettet werden, darunter die beiden Festgenommenen. 37 Leichen wurden bisher geborgen.

apa

stol