Samstag, 04. Februar 2017

Nach kritischer Frage an Marine Le Pen: Journalist tätlich angegriffen

Der Front National sei nicht aggressiv, rechtsextrem, feindselig: Immer wieder betont die Vorsitzende Marine Le Pen die zwar konservative, aber unproblematische Ausrichtung ihrer Partei. Wie die Rechtspopulisten und ihr Umfeld wirklich mit Kritik und Kontroversen umgehen, musste vor Kurzem der Journalist Paul Larrouturou am eigenen Leib erfahren.

Die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen. - Archivbild
Die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen. - Archivbild - Foto: © APA/EPA

Zu dem Zwischenfall kam es während eines Unternehmerformus in Paris. Eine Traube von Journalisten hat sich um die Chefin des Front National gebildet. Darunter auch Larrouturou. Der TV-Reporter stellte Le Pen eine Frage zur Kürzung ihrer Bezüge durch das EU-Parlament, weil sie zu Unrecht erhaltene Zuwendungen nicht rückerstatten wollte.

Mit dem unrechtmäßig erhaltenen Geld soll LePen unter anderem ihre Leibwächter finanziert haben, die sie offiziell als Assistenten ausgewiesen hatte. Solche Vorfälle passen nicht in das selbst konstruierte Bild der Populisten, die immer wieder gegen Vetternwirtschaft, Veruntreuung und das Establishment wettern. Wie hart wirklich dagegen vorgegangen wird, zeigt das, was darauf passierte.

Paul Larrouturou wird von zwei Sicherheitsleuten gepackt und aus der Halle gezerrt. Als er wieder hineingehen will und seine offizielle Akkreditierung vorweist, fällt die Reaktion noch schärfer aus, der Journalist wird förmlich aus dem Salon geprügelt.

Zwar wies der Front National nach Bekanntwerden des Falles alle Schuld von sich - die Sicherheitsleute seien vom Veranstalter engagiert gewesen -, aber eine Videoaufnahme (siehe Twitter-Link oben) zeigt klar und deutlich, dass die beiden Männer von einem Funktionär der Rechtspopulisten angewiesen wurden, Larrouturou anzugehen.

stol/bfk

stol