Sonntag, 27. August 2017

Nach Schwert-Zwischenfall: London warnt vor Terrorgefahr

Ein rund 1,20 Meter langes Schwert alarmiert drei Polizisten, die vor dem Buckingham-Palast in London im Einsatz sind. Sie können den mutmaßlichen Angreifer überwältigen. Aber vor Europas größtem Straßenfestival in London bleibt die Sorge groß.

Die Londoner Polizei warnt vor weiteren Terrorakten. - Twitter/MetropolitanPolice
Die Londoner Polizei warnt vor weiteren Terrorakten. - Twitter/MetropolitanPolice

Nach dem Zwischenfall mit einem Schwert vor dem Buckingham-Palast (STOL hat berichtet) hat die Londoner Polizei einen zweiten Verdächtigen festgenommen.

Ermittelt wird gegen beide Männer wegen Terrorismus. Zugleich riefen die Sicherheitsbehörden vor einem großen Straßenkarneval in London die Bevölkerung zu Wachsamkeit auf. Die Terrorgefahr in Großbritannien bleibe hoch, teilte der Kommandeur der Londoner Anti-Terror-Einheit, Dean Haydon, am Samstag mit.

8000 Polizisten bei Straßenkarneval im Einsatz

Die Polizei setzte nach eigenen Angaben ein bislang beispielloses Aufgebot in Marsch, um am Sonntag und Montag den Straßenkarneval in Notting Hill im Westen Londons zu schützen. Nach Angaben der Veranstalter wurden zur größten Straßenparty Europas rund zwei Millionen Menschen erwartet. Nach Angaben der „Sunday Times“ waren rund 8000 Polizisten im Einsatz. Sorge habe vor Angriffen mit Messern oder Säure bestanden.

Dem Großeinsatz der Polizei war am Freitagabend ein Zwischenfall vor dem Buckingham-Palast vorausgegangen. Dabei wurde ein 26 Jahre alter Mann festgenommen, der möglicherweise einen Angriff auf Polizisten plante.

1,20 Meter langes Schwert

Der Mann hatte gegen 20.30 Uhr (Ortszeit/21.30 MESZ) seinen Wagen direkt vor einem Polizeifahrzeug am zentralen Kreisverkehr vor dem Palast gestoppt, wie die Polizei weiter mitteilte. Als die drei unbewaffneten Polizisten auf ihn zugegangen seien, habe er versucht, an ein rund 1,20 Meter langes Schwert im Fußraum der Beifahrerseite zu gelangen.

Er habe mehrfach „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen. Der Mann sei schließlich mit Tränengas-Spray außer Gefecht gesetzt worden. Zwei der drei Polizisten hätten während des kurzen Handgemenges Schnittverletzungen erlitten. Sie seien im Krankenhaus behandelt worden.

Ermittlungen im Rahmen des Terrorism Act 2000

Der Festgenommene stammt den Angaben zufolge aus der nördlich von London gelegenen Stadt Luton. Der Leiter der Anti-Terror-Einheit, Dean Haydon, ging zuerst von einem Einzeltäter aus. Mitglieder der Einheit nahmen dann am Sonntag einen 30-Jährigen im Westen der Stadt fest und durchsuchten eine Wohnung. Der Mann werde verdächtigt, an der Ausübung sowie Anstiftung oder Vorbereitung einer Terrortat beteiligt gewesen zu sein.

Die Ermittlungen erfolgen den Angaben zufolge auf Grundlage der Anti-Terror-Gesetzgebung, dem sogenannten Terrorism Act 2000. Demnach fällt in Großbritannien unter Terrorismus, wenn jemand beispielsweise schwerwiegende Gewalt gegen eine Person verübt oder deren Leben in Gefahr bringt.

Als Terrorismus werden auch Aktionen eingestuft, die die Öffentlichkeit oder einen Teil der Öffentlichkeit einschüchtern oder das Handeln von Regierungen und Regierungsorganisationen beeinflussen sollen.

Queen war nicht im Buckingham-Palast

Queen Elizabeth II. war während des Vorfalls nicht im Buckingham-Palast in London, sondern auf ihrer Sommerresidenz Schloss Balmoral in Schottland. Auf Fotos in sozialen Netzwerken war starke Polizeipräsenz vor dem Buckingham-Palast zu sehen.

dpa

stol