Montag, 06. November 2017

Nationalistischer Trubel vor Völkermord-Denkmal

Das Alpini-Denkmal in Meran ist ein Völkermord-Denkmal und glorifiziert die „Heldentaten“ des 5. Alpini-Regimentes im italienisch-türkischen Krieg.

Alpini-Feier vor Völkermord-Denkmal
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Alpini-Feier vor Völkermord-Denkmal

Am 4. November wird in Italien das Fest der Einheit sowie der Streitkräfte gefeiert. Da jedoch Süd-Tirol immer noch gegen seinen Willen Teil von Italien ist, sind die Feiern mehr als unangebracht.

 

Alljährlich wird auch vor dem Völkermord verherrlichenden Denkmal in Meran eine Gedenkfeier abgehalten. Die jährliche Gedenkfeier von Seiten der Alpini ist und bleibt eine Belastung für das friedliche Zusammenleben in Meran, so der Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit, Christoph Mitterhofer.
Die Süd-Tiroler Freiheit zeigt sich zudem über die Teilnahme an der nationalistischen und militanten Show am Mazziniplatz durch den Meraner Bürgermeister-Stellvertreter, Andrea Rossi, sehr verwundert. Kaum sonst wo in Europa nehmen linke bzw. grüne Politiker an Militärmacht-Demonstrationen vor Denkmälern, welche für einen brutalen Völkermord stehen, teil.
„Eine schlichte Ehrung der Gefallenen ist wichtig und gut, aber dies vor einem Völkermord-Denkmal zu machen, ist völlig deplatziert. Die Bevölkerung nimmt wenig bis kaum Notiz von diesem Ereignis, außer der massiven Beeinträchtigung des Verkehrs durch diese nationalistische Zeremonie.
Das Alpini-Denkmal in Meran ist eine genaue Reproduktion jenes Ehrenmals, das die Stadt Mailand im Jahr 1913 zum ständigen Gedenken an die „Heldentaten“ des 5. Alpini-Regimentes im italienisch-türkischen Krieg 1911/12 errichten ließ. In diesem Krieg hatte Italien die türkischen Provinzen Tripolitanien und Cyrenaika (Libyen) erobert. Danach begann ein bis 1931 dauernder Vernichtungskrieg gegen die libysche Bevölkerung, die sich verzweifelt gegen die Aggressoren zur Wehr setzte. Italien setzte dabei auch Giftgas ein und dezimierte die Bevölkerung in Konzentrationslagern und mit Todesmärschen durch die Wüste.

 

Wer heute in Meran vor dem Denkmal steht, erfährt davon nichts. Die Süd-Tiroler Freiheit fordert nach wie vor die Entfernung dieses Denkmals.

 

Christoph Mitterhofer

Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in Meran

Süd-Tiroler Freiheit, Bozen

stol