Samstag, 09. Juli 2016

NATO bleibt 2017 mit 12.000 Soldaten in Afghanistan

Die NATO unterstützt Afghanistan auch im kommenden Jahr mit massiver Truppenpräsenz. Die Staats- und Regierungschefs beschlossen am Samstag bei ihrem Gipfel in Warschau die Fortsetzung der Ausbildungs- und Unterstützungsmission „Resolute Support“ im Jahr 2017, wie Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte.

Foto: © APA/AFP

Die Zahl der eingesetzten Truppen werde auf dem derzeitigen Niveau bleiben und damit bei rund 12.000 Soldaten liegen. Zusammen mit dem Rest der internationalen Gemeinschaft werde die NATO dafür sorgen, dass Afghanistan „niemals wieder ein Zufluchtsort für Terroristen wird, die unsere Sicherheit bedrohen können“, heißt es in der Gipfel-Erklärung zu Afghanistan.

Dazu wollen die NATO-Partner bis Ende 2020 auch weiter die Finanzierung der afghanischen Sicherheitskräfte maßgeblich übernehmen, für die pro Jahr fünf Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) benötigt werden. Rund 3,5 Milliarden Dollar kommen von den USA, die übrigen Alliierten sagten nun zu, rund eine Milliarde Dollar beizusteuern. Den Rest übernimmt die afghanische Regierung selbst.

„Die Botschaft ist klar: Afghanistan steht nicht alleine, und wir sind langfristig engagiert“, sagte Stoltenberg. Ein Enddatum für den Militäreinsatz nannte er nicht. Die NATO werde die Lage im kommenden Jahr erneut bewerten und dann entscheiden.

Der 2001 nach den Terroranschlägen in den USA begonnene internationale Kampfeinsatz unter NATO-Führung war Ende 2014 beendet worden. Aufgabe der Nachfolgemission „Resolute Support“ ist vor allem Beratung und Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte. Im Fokus steht nun auch der Aufbau einer eigenen afghanischen Luftwaffe.

2016 sollte die Zahl der an „Resolute Support“ beteiligten Soldaten eigentlich deutlich sinken. Wegen der verschlechterten Sicherheitslage beschloss die NATO im Dezember jedoch, in praktisch unveränderter Stärke von etwa 12.000 Soldaten im Land zu bleiben.

Die Beteiligung der Bundeswehr wurde sogar leicht ausgeweitet – auf eine Mandatsobergrenze von 980 Soldaten.

apa/afp

stol