Mittwoch, 28. Juni 2017

NATO-Partner der USA erhöhen Verteidigungsausgaben um 4,3 Prozent

Nach jüngsten Schätzungen der NATO werden die europäischen Alliierten und Kanada 2017 rund zwölf Milliarden US-Dollar (10,64 Mrd. Euro) mehr für Verteidigung ausgeben als im Vorjahr.

Nach jüngsten Schätzungen der NATO werden die europäischen Alliierten und Kanada 2017 rund zwölf Milliarden US-Dollar (10,64 Mrd. Euro) mehr für Verteidigung ausgeben als im Vorjahr.
Nach jüngsten Schätzungen der NATO werden die europäischen Alliierten und Kanada 2017 rund zwölf Milliarden US-Dollar (10,64 Mrd. Euro) mehr für Verteidigung ausgeben als im Vorjahr. - Foto: © shutterstock

Dies entspricht einem Plus von 4,3 Prozent. Es sei das dritte Jahr in Folge mit Fortschritten bei den Verteidigungsausgaben, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel.

Insgesamt seien aus Europa und Kanada seit der Trendwende rund 46 Milliarden US-Dollar zusätzliche Ausgaben gemeldet worden. Das Geld werde für neue Ausrüstung, Manöver, Gehälter und Pensionen verwendet. Auch die NATO-Einsätze in Afghanistan und im Kosovo würden davon profitieren.

Verteidigungsminister treffen sich Donnerstag

Der Trend gehe damit nach oben, sagte Stoltenberg vor Journalisten, „und wir beabsichtigen, dies aufrecht zu erhalten“. Im vergangenen Jahr war der Anstieg bei den Verbündeten in Europa und Kanada bei 3,3 Prozent gelegen. 2015 hatten sie mit 1,8 Prozent erstmals seit Jahren wieder ein Plus verbucht.

Die Verteidigungsminister der Militärallianz treffen sich am Donnerstag in Brüssel. Dabei soll es auch um die vor allem von den USA geforderte Erhöhung der Verteidigungsausgaben gehen. US-Präsident Donald Trump hatte den europäischen Verbündeten bei seinem Besuch im neuen NATO-Hauptquartier in Brüssel Ende Mai vorgeworfen, zu wenig Geld für die gemeinsame Sicherheit in die Hand zu nehmen.

6 NATO-Staaten zahlen mindestens 2 Prozent des BIP

Das Militärbündnis hatte in Wales vereinbart, die Verteidigungsausgaben bis 2024 „Richtung zwei Prozent“ der Wirtschaftsleistung zu bringen. Bisher liegen neben den USA nur Großbritannien, Griechenland, Polen und Estland über diesem Wert.

Deutschlands Wehretat lag 2016 bei rund 1,2 Prozent. Die Alliierten wollen jedes Jahr einen Plan vorlegen, wie sie die zwei Prozent erreichen wollen. Details dazu stehen aber noch aus.

Stoltenberg räumte am Mittwoch ein, dass trotz der steigenden Verteidigungsausgaben in diesem Jahr lediglich sechs NATO-Staaten mindestens zwei Prozent des BIP für Verteidigung ausgeben werden.

Neben den USA werden das voraussichtlich Griechenland, Estland, Großbritannien, Polen und erstmals Rumänien sein. 2018 dürften dann Lettland und Litauen dazukommen.

apa/dpa/reuters/afp

stol