Freitag, 24. Februar 2017

Nervengas auf Gesicht von ermordetem Halbbruder Kims gefunden

Malaysische Ermittler haben Spuren des Nervengases VX am Leichnam des ermordeten Halbbruders des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un nachgewiesen. Auf dem Gesicht Kim Jong-nams seien Rückstände des auch als Chemiewaffe eingesetzten Gases entdeckt worden, teilte die malaysische Polizei am Freitag mit. Der hoch toxische Stoff sei in entnommenen Gewebeproben von Gesicht und Augen des Toten enthalten gewesen.

Kim Jong-nam, der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, wurde mit Nervengas getötet.
Kim Jong-nam, der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, wurde mit Nervengas getötet. - Foto: © APA/AFP

Die Substanz wurde nach ersten Analysen des malaysischen Zentrums für die Analyse von Chemiewaffen als O-Ethyl- S-2-Diisopropylaminoethyl Methylphosphonothiolat identifiziert, eine der chemischen Bezeichnungen für den Kampfstoff VX. Die Substanz ist farb- und geruchlos.

VX gilt als stärkstes Nervengas und wird über die Haut, Augen, Nahrung und Atemwege in den Körper aufgenommen. Es führt zu Übelkeit, Lähmung der Atemmuskulatur und dann binnen weniger Minuten zum Tod.

Der 45-jährige Kim Jong-nam war am 13. Februar am Flughafen von Kuala Lumpur ermordet worden. Südkoreanischen Medien zufolge sprühten ihm die Täter Gift ins Gesicht. Malaysische Ermittler gehen davon aus, dass die Führung in Pjöngjang hinter dem Attentat steckt.

Vier Verdächtige wurden bereits festgenommen: ein 46-jähriger Nordkoreaner, eine 25-jährige Frau mit indonesischem Pass und ihr malaysischer Freund sowie eine 28-jährige Verdächtige mit vietnamesischem Pass.

Vier weitere Verdächtige aus Nordkorea, Männer im Alter von 33 bis 57 Jahren, haben sich nach Erkenntnissen der malaysischen Behörden nach Pjöngjang abgesetzt. Die insgesamt fünf Verdächtigen aus Nordkorea sind nach Ansicht der malaysischen Polizei in den Mord verwickelt. Außerdem hatten die malaysischen Ermittler am Mittwoch angekündigt, in dem Fall auch die Nummer Zwei der nordkoreanischen Botschaft in Kuala Lumpur vernehmen zu wollen.

apa/afp

stol