Donnerstag, 22. Februar 2018

Netanjahu und die Uhr von Berlusconi

Die Übergabe des wertvollen Geschenks liegt schon 15 Jahre zurück, doch die angebliche Geschichte dahinter erregt jetzt die Gemüter in Israel: Der damalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi schenkte 2003 Benjamnin Netanjahu, der damals Außenminister war, eine Bulgari-Uhr im Wert von umgerechnet rund 1400 Euro, wie israelische Medien am Donnerstag berichteten.

Silvio Berlusconi schenkte 2003 Benjamnin Netanjahu, der damals Außenminister war, eine Bulgari-Uhr im Wert von umgerechnet rund 1400 Euro.
Silvio Berlusconi schenkte 2003 Benjamnin Netanjahu, der damals Außenminister war, eine Bulgari-Uhr im Wert von umgerechnet rund 1400 Euro. - Foto: © APA/AP

Netanjahus damaliger persönlicher Berater Schlomo Filber habe ihn informiert, dass er das Geschenk nicht behalten könne. Netanjahu habe die Uhr Filber übergeben – angeblich sehr zum Ärger von Netanjahus Frau Sara. Die Netanjahus hätten Filber später zu sich bestellt, berichteten israelische Medien. Sara habe Filber angeschrien und verlangt, dass er ihrem Mann die Uhr wieder zurückgebe. Zwei Wochen später sei Filber gefeuert worden.

Netanjahu, heute Ministerpräsident, wies diese Geschichten über den Vorfall zurück und postete auf Twitter eine alte Zeitungsnotiz, wonach er die Uhr damals sofort dem Staatsarchiv übergeben habe. Nachdem er Berlusconi informiert hatte, dass er nach dem Gesetz das Geschenk nicht behalten könne, habe dieser gesagt: „Schon sowas ist ein Problem für Euch in Israel“, hieß es in dem Artikel.

Filber, bis 2017 Generaldirektor des Kommunikationsministeriums, hat nach Angaben der israelischen Polizei eine Kronzeugen-Vereinbarung unterzeichnet. Dabei geht es um Korruptionsermittlungen in Bezug auf Israels größtes Telekommunikationsunternehmen Bezeq. Nach Medienberichten sollen Netanjahu und seine Vertrauten Bezeq sowie dessen Nachrichtenseite „Walla“ wirtschaftliche Vorteile verschafft haben. Im Gegenzug sollte es dafür eine positive Berichterstattung über Netanjahu und seine Familie geben. Netanjahu hat alle Vorwürfe dazu zurückgewiesen.

dpa

stol