Montag, 23. Juli 2018

Netanyahu spricht mit Lawrow über Lage in Syrien

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu trifft am Montag überraschend eine ranghohe russische Delegation zu Gesprächen über die aktuelle Lage in Syrien. Netanyahu sagte nach Angaben seines Büros, er werde mit einer russischen Delegation unter Leitung von Außenminister Sergej Lawrow und Generalstabschef Waleri Gerassimow über die Situation in der Region sprechen.

Netanyahu trifft sich mit einer russischen Delegation. - Foto: APA/AFP
Netanyahu trifft sich mit einer russischen Delegation. - Foto: APA/AFP

”Israel besteht darauf, dass das Entflechtungsabkommen mit Syrien weiter respektiert wird, so wie es jahrzehntelang respektiert wurde, bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien”, betonte er. Israel werde weiterhin gegen jeglichen Versuch des Irans und seiner Verbündeten vorgehen, sich dauerhaft militärisch in Syrien zu etablieren. Zu einem 1974 mit Syrien geschlossenen Waffenstillstandsabkommen gehört eine entmilitarisierte Zone an der Grenzlinie zu den israelisch besetzten Golanhöhen.

Syrische Truppen in der Provinz Kunaitra

Die syrischen Regierungstruppen hatten Ende Juni mit russischer Unterstützung ihre Offensive im Süden Syriens begonnen. Nach dem Abzug von Tausenden Rebellen und ihren Familien hat die syrische Regierung die Kontrolle von weiten Teilen der umkämpften südlichen Provinz Kunaitra übernommen.

Israels Regierung beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Sie will verhindern, dass mit Syrien verbündete iranische Kräfte bis an die Grenze vorrücken. Israel drängt Russland, den iranischen Einfluss in Syrien zu begrenzen. Für Moskau ist Teheran aber ein Partner in der Unterstützung für den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Nach eigenem Bekunden kann Moskau auch das enge syrisch-iranische Verhältnis kaum beeinflussen.

apa/dpa

stol