Freitag, 02. März 2018

Netanyahu wegen Korruptionsverdacht befragt

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist wegen Korruptionsverdachts von Ermittlern befragt worden. Sie hörten ihn und seine Frau Sara am Freitag zum ersten Mal in einer Ermittlung um den größten Telekommunikations-Konzern Israels an, wie die Zeitung „Haaretz” berichtete.

Netanyahu bestreitet jegliches Fehlverhalten Foto: APA (AFP)
Netanyahu bestreitet jegliches Fehlverhalten Foto: APA (AFP)

Netanyahu wird verdächtigt, dem Unternehmen Bezeq Vorteile gewährt zu haben. Im Austausch dagegen soll ein zum Konzern gehörendes Medium positiv über ihn berichtet haben. Es sei darum gegangen, „eine Internetseite mit dem Ziel einer besseren Berichterstattung einzuspannen”, hatte Judith Tirosh vom Büro des Generalstaatsanwaltes am Dienstag erklärt. Im Gegenzug habe es rechtliche Begünstigungen durch das Kommunikationsministerium, den damaligen Kommunikationsminister Netanyahu und den Generaldirektor des Ministeriums gegeben. Netanyahu gab das Ministeramt 2017 ab.

Nach gut einjährigen Ermittlungen hatte Israels Polizei bereits vor rund zwei Wochen eine Anklage wegen Korruption gegen Netanyahu empfohlen, unter anderem auch wegen eines umstrittenen U-Boot-Deals mit Deutschland. In der Sache waren bereits mehrere Vertraute Netanyahus festgenommen worden. Es hatte Berichte gegeben, nach denen Netanyahu auch zu dieser Sache befragt werden sollte. Ob es dazu kam, war am Freitag zunächst unklar.

Der Regierungschef hat stets jegliches Fehlverhalten bestritten. Alle Entscheidungen zu Bezeq seien von einem Expertengremium getroffen worden. Es gebe eine „Kampagne” gegen ihn und seine Familie.

apa/dpa

stol