Freitag, 30. Juni 2017

Neue Ausstellung im Südtiroler Landesmuseum Schloss Tirol

Das Landesmuseum Schloss Tirol zeigt vom 1. Juli bis zum 26. November 2017 eine beeindruckende Schau zur Reformation, ein Thema, das bislang in Tirol unbeachtet blieb.

Lucas Cranach der Ältere und Werkstatt, Martin Luther, 1546, Öl auf Holz, Privatbesitz
Lucas Cranach der Ältere und Werkstatt, Martin Luther, 1546, Öl auf Holz, Privatbesitz

„Luther und Tirol. Religion zwischen Reform, Ausgrenzung und Akzeptanz“ - Neue Ausstellung im Südtiroler Landesmuseum Schloss Tirol

Anlass bietet das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation, die traditionell mit dem „Thesenanschlag“ Martin Luthers am 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche von Wittenberg begann und als Symbolhandlung einer Zeitenwende gilt. Martin Luther wurde zum Leader entscheidender religiöser und politischer Umwälzungen. Ohne die Reformation wäre die Geschichte Europas anders verlaufen. Die Ausstellung „Luther und Tirol“ macht sichtbar, inwieweit Luthers theologische und gesellschaftstheoretische Grundsätze auch in Tirol Verbreitung gefunden haben.

Der vermittelnde Zugang in der Ausstellung geschieht aus verschiedenen Blickwinkeln. Diese beobachten die kirchliche Situation vor der Reformation, den Reformator als „Medienstar“ selbst, seine in unzähligen Druckwerken verbreitete Lehre, die sich selbst als Diskussionsbeitrag und Credo zugleich verstand. Es werden die ersten „lutherischen Köpfe“ in Tirol vorgestellt, die Reflexe in der Kunst mit Blick auf den reformatorisch geprägten Maler Bartlme Dill Riemenschneider aufgezeigt, die mit Häme versehene Bildpropaganda und der kontroverstheologische Ansatz in den theologischen Streitschriften beider Konfessionen, die Vertreibung protestantischer Splittergruppen aus Defereggen und Zillertal sowie schlussendlich, die nicht ohne Protest konservativ-katholischer Kreise verlaufene Gründung von Betsälen, Kirchen und Gemeindehäusern dargestellt. Abschließend fällt ein Blick auf das „Lutherische“ in der Tiroler Literatur. Die Ausstellung geht vor allem den inhaltlichen Strategien der Reformation nach und zeigt anhand zahlreicher Dokumente den Verlauf derselben und die durch die Verwendung der neuen Medien gesteigerte Sprengkraft der neuen Lehre. Zur Ausstellung erscheint auch ein umfangreicher Katalog.

stol