Mittwoch, 29. August 2018

Neue Kritik an Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi

Nach dem jüngsten UN-Bericht zu Myanmars brutalem Vorgehen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya steht Regierungschefin Aung San Suu Kyi wieder verstärkt in der Kritik. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf der Friedensnobelpreisträgerin am Mittwoch vor, zu Verbrechen der Militärs schon viel zu lange zu schweigen.

Auffälliges Schweigen von der Friedensnobeplreisträgerin Foto: APA (AFP)
Auffälliges Schweigen von der Friedensnobeplreisträgerin Foto: APA (AFP)

Der Asien-Experte von HRW, Phil Robertson, sagte der dpa: „Sie muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht: auf der Seite der Generäle, die ihre Grausamkeiten weißwaschen wollen, oder auf der Seite der internationalen Gemeinschaft. Dort gibt es einen wachsenden Konsens, dass Völkermord begangen wurde.” Bisher stecke Aung San Suu Kyi „ihren Kopf wie ein Vogel Strauß in den Sand”.

Die Vereinten Nationen hatten am Montag einen Bericht von Experten veröffentlicht, wonach die Gräueltaten gegen Rohingya alle Anzeichen eines Völkermords tragen. In dem Bericht verlangen UN-Ermittler, dass Militärchef Min Aung Hlaing und fünf weitere Generäle vor Gericht gestellt werden. Sie legen ihnen auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zur Last.

In Myanmar (ehemals Burma) ist das Militär nach wie vor an der Regierung beteiligt. Aung San Suu Kyi führt die Regierung mit dem Titel einer „Staatsrätin”. Aus Furcht vor Verfolgung sind seit Sommer vergangenen Jahres etwa 700.000 Rohingya aus dem buddhistischen Myanmar ins muslimische Nachbarland Bangladesch geflohen.

apa/dpa

stol