300 Bäume rund um einen Stahl-Kubus, Kosten von rund 80 Millionen Euro : Das sind einige Zahlen zur Idee, die Stararchitekt Renzo Piano für Bozen hat. <BR /><BR />Ein Stahl-Kubus in einem Birkenwald und eine Fußgängerbrücke als Verbindung zwischen Altstadt und Gries: So lautet die Idee zum neuen Ötzi-Museum am Standort Ex-INA-Gebäude, die das Team von Renzo Piano gestern in Bozen vorgestellt hat. Bekanntlich hatten die Eigentümer Pietro und Paolo Tosolini den italienischen Stararchitekten Renzo Piano mit der Ausarbeitung eines Vorschlages beauftragt. Seine Mitarbeiter vom Renzo-Piano-Building-Workshop-Team standen gestern in der Sparkassen-Academy Rede und Antwort. <h3> Talfergrün ausweiten</h3> Was beim Entwurf sofort ins Auge sticht, ist der Birkenwald, in den ein auf den ersten Blick kleiner Stahlkubus eingebettet ist. In diesem soll der Mann aus dem Eis ein neues Zuhause finden. Besonders erstaunlich: Ein Großteil des Ex-INA-Gebäudes mit seiner Rundfassade würde geschliffen. Eine Idee, die vermutlich nicht bei allen Boznerinnen und Boznern auf Gegenliebe stoßen dürfte.<BR /><BR />„Wir haben die vergangenen 6 Monate damit verbracht, gemeinsam mit den Experten aus Genua einen Vorschlag für das Museum am Standort Ex-INA-Gebäude zu erarbeiten“, erklärte Paolo Tosolini. Herausgekommen sei dabei „kein fertiges architektonisches Projekt, sondern eine Designstudie, die zu 100 Prozent umsetzbar ist“, führte er aus.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="772982_image" /></div> <BR /><BR />Man habe mit dem Projekt der kulturellen Besonderheit der Stadt Bozen Rechnung tragen wollen und den Standort Ex-INA wegen seiner Lage an den wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt besonders interessant gefunden, meinte Architektin Emanuela Baglietto. „Wir möchten Gries mit dem Zentrum verbinden, dabei mit der Natur arbeiten, indem wir die Talferwiesen ausdehnen“, sagte sie. Gries, bzw. die Parkplätze am Siegesplatz, sollen nämlich mit einer Fußgängerbrücke südlich der Talferbrücke samt Unterführung der Rosministraße direkt zum Museum angebunden werden. <BR /><BR />„Wir möchten mit dem Birkenwald im Zentrum fehlende Grünzonen schaffen und eine bisher der Öffentlichkeit unzugängliche Fläche öffnen“, erläuterte sie. Durch das auf Stelzen stehende Gebäude, das im Eingangsbereich zu allen Seiten offen ist, soll Offenheit für alle signalisiert werden. Zugleich will man Platz für Sonderausstellungen schaffen und den Außenbereich für Veranstaltungen zur Verfügung stellen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="772985_image" /></div> <BR />Als weiterer Architekt kam Michel Chasseur zu Wort, der die Struktur erläuterte. Das Gebäude selbst sei in 3 Bereiche unterteilt: Ötzi (im Kubus), archäologische Funde (Untergeschoss), Sonderausstellungen (Eingangsbereich Richtung Talfer). Zudem sind im Untergeschoss ein Mehrzwecksaal und Laboratorien zu finden. Im jenem Teil des Gebäudes, das erhalten bliebe, würde hingegen die Verwaltung untergebracht. <BR /><BR />„Nachhaltigkeit war im Entwurf sehr wichtig, wir versuchen auf fossile Energie zu verzichten“, sagte Chasseur. Eine Dachterrasse soll einen spektakulären Blick über die Stadt und die umliegenden Berge bieten. Laut einer ersten Berechnung würde das Projekt mit Kosten in der Höhe von 80 Millionen Euro zu Buche schlagen. <BR />