Dienstag, 27. März 2018

NGO: Bedingungen für Flüchtlinge auf griechischen Inseln katastrophal

Die NGO „Ärzte der Welt“ hat neuerlich die „katastrophalen“ Lebensbedingungen von Flüchtlingen auf griechischen Inseln angeprangert. Rund 10.000 Migranten seien immer noch gezwungen, meist mehrere Monate unter menschenunwürdigen Bedingungen in überfüllten Auffanglagern auszuharren. Sie seien Kälte und Regen ausgesetzt. Es gebe nicht genügend Essen und Wasser, hieß es jüngst in einer Stellungnahme.

Rund 10.000 Migranten seien immer noch gezwungen, meist mehrere Monate unter menschenunwürdigen Bedingungen auszuharren.
Rund 10.000 Migranten seien immer noch gezwungen, meist mehrere Monate unter menschenunwürdigen Bedingungen auszuharren. - Foto: © shutterstock

„Die wenigen Duschen und Toiletten sind oft völlig verdreckt“, so die Organisation, „und es tummeln sich Ratten, Schlangen und anderes Ungeziefer in den Camps.“ Zwei Jahre nach Abschluss des Flüchtlingsdeals zwischen der EU und der Türkei seien die Ziele noch lange nicht erreicht.

Nur ein Bruchteil der 160.000 Geflüchteten, welche die EU ursprünglich aus Griechenland und Italien umverteilen wollte, sei tatsächlich in einen anderen Mitgliedsstaat umgesiedelt worden. „Und nur eine geringe Anzahl an Menschen wurden im Rahmen des Flüchtlingsabkommens in die Türkei zurückgeschickt.“ Die Bearbeitung der Asylanträge und die Umsiedlung auf das Festland gehe in Griechenland nur schleppend voran.

Obwohl die Zahl der Migranten, die über das Meer die Inseln erreichen, zurückgegangen sei, gebe es täglich Neuankömmlinge. „Allein in diesem Jahr seien es rund 3.000 gewesen. Im Jahr 2017 seien mehr als 3.000 Menschen bei dem Versuch, Europa auf dem Seeweg zu erreichen, gestorben oder werden vermisst, kritisierte die Organisation.

apa

stol