Sonntag, 22. April 2018

NGO-Schiff mit 537 Migranten auf Sizilien eingetroffen

537 Migranten, die in den vergangenen Tagen im Mittelmeer gerettet wurden, sind am Sonntag auf Sizilien eingetroffen. Sie wurden in internationalen Gewässern vor Libyen an Bord des Schiffes Aquarius der NGOs SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen an Bord genommen

537 Migranten, die in den vergangenen Tagen im Mittelmeer gerettet wurden, sind am Sonntag auf Sizilien eingetroffen.
537 Migranten, die in den vergangenen Tagen im Mittelmeer gerettet wurden, sind am Sonntag auf Sizilien eingetroffen. - Foto: © APA/AFP

Die NGO hatte am Mittwoch und am Samstag 458 Migranten von seeuntauglichen Booten gerettet. Außerdem hatte das Schiff am Samstag weitere 79 Personen an Bord genommen, die die italienische Küstenwache gerettet hatte. Unter den geretteten Migranten befanden sich drei Neugeborene und nicht begleitete Minderjährige.

Am Sonntagvormittag waren 93 tunesische Migranten im sizilianischen Hafen Pozzallo eingetroffen. Sie befanden sich an Mord eines Schiffes der portugiesischen Marine. Ein an einer Schulter verletzter Migrant musste ins Spital eingeliefert werden.

Seit zehn Monaten in Folge sind die Zahlen der Migrantenankünfte in Italien rückgängig. Seit dem 1. Juli 2017 seien um 104.776 weniger Flüchtlinge gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016-2017 eingetroffen, teilte das Innenministerium in Rom mit.

In den letzten zehn Monaten sind nach Seefahrten über das Mittelmeer 43.166 Migranten eingetroffen. Zwischen 1. Juli 2016 und 20. April 2017 waren es 147.942 gewesen. Die meisten in diesem Jahr eingetroffenen Asylwerber stammen aus Eritrea, Tunesien, Pakistan, Nigeria und Libyen. Im Rahmen des EU-Relocation-Programms wurden 12.586 Flüchtlinge umverteilt.

Unterdessen hat Libyens Küstenwache mindestens elf tote Flüchtlinge aus dem Mittelmeer geborgen. Insgesamt 263 weitere Menschen seien bei zwei Einsätzen gerettet worden, sagte ein Sprecher der Marine, Ajub Kacem, am Sonntag. Bei einer ersten Patrouille wurden demnach von einem Schlauchboot 83 Migranten gerettet und elf Tote geborgen. Die Rettungsaktion fand rund neun Kilometer vor der Küste bei Sabrata statt.

Die elf Menschen seien ertrunken, als das Boot gekentert sei, sagte ein Mitglied der Küstenwache der Stadt Sawia. Die Überlebenden hätten die Ertrunkenen zurück auf das Boot gezogen. Bei dem zweiten Einsatz vor der Küste nahe der Stadt Sliten wurden nach Angaben des Küstenwache-Offiziers Kacem 180 Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Ländern gerettet.

apa

stol