Freitag, 16. März 2018

NGO: Von libyscher Küstenwache bedroht - Viele Notfälle an Bord

Eine Hilfsorganisation ist bei der Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer nach eigenen Angaben von der libyschen Küstenwache mit Waffen bedroht worden. Weil sie die geretteten Frauen und Kinder 73 Seemeilen vor der libyschen Küste nicht den Libyern übergeben wollten, hätten diese mit Schüssen gedroht, twitterte der Gründer der spanischen Organisation Proactiva Open Arms, Oscar Camps, am Freitag.

Viele der Flüchtlinge, darunter Babys, sind in kritischem Zustand. - Foto: Twitter/Proactiva Open Arms
Viele der Flüchtlinge, darunter Babys, sind in kritischem Zustand. - Foto: Twitter/Proactiva Open Arms

Der italienische Senator und Menschenrechtsexperte Luigi Manconi erklärte, das Schiff sei in internationalen Gewässern bedroht worden und sprach von einer „Aktion an der Grenze zur Piraterie“.

Kein sicherer Hafen in Sicht

Dem Schiff mit mehr als 200 Menschen an Bord sei nun kein sicherer Hafen in Europa zugeordnet worden und es fahre mit Menschen in kritischem Zustand auf dem Meer, so Open-Arms-Gründer Camps. Ein drei Monate altes Baby und seine Mutter seien evakuiert worden, aber viele andere seien am Ende ihrer Kräfte und bräuchten schnell Hilfe, schrieb die Organisation.

Seit Italien im vergangenen Sommer einen Deal mit der libyschen Küstenwache abgeschlossen hat, kommen weit weniger Migranten an der Küste des Landes an. Jedoch kritisieren Menschenrechtsorganisationen die schrecklichen Zustände in Flüchtlingslagern in Libyen und das menschenunwürdige Vorgehen der Küstenwache des Bürgerkriegslandes.

Letztes Jahr hatte die libysche Regierung eigenmächtig eine eigene Such- und Rettungszone im Mittelmeer von 74 Seemeilen ausgerufen, was aber rechtlich umstritten ist.

dpa

stol