Fragen über Fragen, über die es sich besonders im Advent nachzudenken lohnt. <BR /><BR /><b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Eigentlich ist der Advent eine Zeit des Wartens, die dazu einlädt, einen Gang zurückzuschalten, alles etwas langsamer angehen zu lassen und sich bewusst auf Weihnachten vorzubereiten. Eigentlich! Denn in Wirklichkeit führen uns die Wochen vor dem Fest jedes Jahr aufs Neue vor Augen, dass es gerade dieses Ausharren ist, was uns immer schwerer fällt. <BR /><BR />Statt dann und wann innezuhalten, füllen wir unsere Tage nicht nur im Dezember mit Aufgaben, Terminen und Veranstaltungen aller Art. Wir organisieren, planen, erledigen und überschreiten dabei regelmäßig unsere persönlichen Grenzen. Und doch passen uns Stress und Überforderung besser ins Konzept als Geduld und Besonnenheit. <BR /><BR />Wer erfolgreich sein will, braucht nämlich keinen Stillstand, sondern konstante Leistung. Koste es, was es wolle. Doch was, wenn genau hierin der fatale Trugschluss liegt? <BR /><BR />Anders als vielfach angenommen, bedeutet Warten weder Stagnation noch Schwäche. Im Gegenteil: Wenn wir ausharren, nehmen wir eine Haltung ein, die mehr innere Stärke erfordert, als ständig in Bewegung zu bleiben. <BR /><BR />Wir geben die Kontrolle ab, akzeptieren das Ungewisse und schaffen gerade dadurch die Voraussetzungen für Weiterentwicklung, Wachstum und Fortschritt. Neues entsteht nämlich in den seltensten Fällen durch Zwang, sondern viel eher durch Klarheit. Und die gewinnen wir vor allem in der Zeit des Wartens, wenn nichts mehr so ist, wie es einmal war, das Ziel jedoch gleichzeitig kaum greifbar scheint. <h3>Wenn die Stille spricht</h3>Neben der religiösen vermittelt der Advent also auch eine durchaus praktische Botschaft. Nicht zuletzt durch seine tief in unserer Kultur verankerte Bedeutung fordert er uns dazu auf, Vertrauen neu zu lernen und zu erkennen, dass sich die Antworten auf die wichtigsten Fragen aus sämtlichen Bereichen des Lebens in der Stille zeigen. Wenn Ruhe einkehrt, entsteht meist eine gesunde Distanz, die manche Dinge in einem anderen Licht erscheinen lässt. <BR /><BR />Auf einmal wird es möglich, Prioritäten neu zu ordnen, Prozesse zu überdenken und zu strukturieren und Entscheidungen nicht mehr aus der Hast, sondern aus Überzeugung zu treffen. Und diese bringen uns schlussendlich weiter als jene, die in einem Zustand der Übermüdung nach einem weiteren durchgetakteten Höllentag getroffen wurden. <BR /><BR />Deshalb mein vorweihnachtlicher Tipp für Sie: Wenn Sie dieser Tage wieder einmal das Gefühl beschleicht, dass Sie den Turbo zünden sollten, um über Ihre eigentlichen Ressourcen hinauszuschießen, machen Sie genau das nicht. Atmen Sie stattdessen ein paar Mal tief durch, spüren Sie den Boden unter Ihren Füßen und lassen Sie los – auch wenn es schwerfällt. Denn Klarheit entsteht oft erst dann, wenn wir aufhören, schneller sein zu wollen als die Zeit selbst. <h3> Zur Person</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.