Montag, 21. März 2022

Niesen Sie auch schon? Ratschläge für Pollenallergiker

Der Frühling ist da! Für die einen Grund zurFreude, für andere ein Graus, weil der Frühling nicht nur wärmere Temperaturen, sondern auch eine erhöhte Pollenbelastung mit sich bringt. Über die Website des Polleninformationsdienstes Südtirol können sich Allergiker über die aktuelle Pollensituation informieren. Außerdem gibt es Tipps, mit denen das Leiden gelindert werden kann.

Eine laufende Nase ist nur ein Symptom von Heuschnupfen. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Frühlingsbeginn bedeutet auch Start der Pollensaison: Jucken in den Augen, eine triefende Nase, erschwerte Atmung oder Müdigkeit –
Egal, ob jung oder alt: Die Beschwerden der meisten Pollenallergiker sind sich ähnlich – und sie sind chronisch.

Im medizinischen Sinn handelt es sich bei einer Pollenallergie um eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut – ausgelöst durch Pflanzenpollen. Ärzte sprechen daher auch von allergischer Rhinitis oder von Pollinosis.

Der Unterschied zwischen Coronavirus-Symptomen und Allergien ist oft nicht leicht zu erkennen. Das Coronavirus und saisonale Allergien haben ähnliche Symptome, dass es zu Verwechslungen kommen kann. s+ fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen. Grundsätzlich gilt: Im Zweifelsfall testen.

Welche Pollen sind Auslöser einer Pollenallergie?

Schuld an der Pollenallergie sind die unscheinbaren Blüten von Windbestäubern. Insbesondere im Frühjahr geben windblütige Sträucher und Bäume beträchtliche Mengen von Blütenstaub an die Luft ab, um ihre Fortpflanzung zu garantieren. Die trockenen Pollenkörner können über große Distanzen transportiert werden, besonders an warmen, sonnigen und windigen Tagen, erklärt der Polleninformationsdienst Südtirol auf seiner Website.

Insektenblütige Pflanzen weisen hingegen meist auffällige, farbenprächtige oder duftende Blüten auf. Die Pollenkörner sind weniger aerodynamisch und werden in weitaus geringeren Mengen produziert, denn ihre reich strukturierte, oft klebrige Pollenwand begünstigt das gezielte Anhaften am Körper der Bestäuberorganismen. Insektenblütige Pflanzen verursachen daher nur sehr selten Pollenallergien.



Wie häufig treten Pollenallergien auf?

Schätzungen zufolge sind etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung Europas von einer Pollenallergie betroffen – Südtirol ist dabei keine Ausnahme. Vorwiegend in den reichen Industrieländern wurde in den letzten Jahrzehnten eine Zunahme der Erkrankung beobachtet. Es gibt wohl mehrere Gründe für diese Zunahme:

Zahlreiche Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Atemwegserkrankungen: Feinstaub und Reizgase können die Entwicklung einer Allergie begünstigen. Sie wirken einerseits auf das Immunsystem des Menschen, andererseits beeinträchtigen sie durch ihre Schleimhaut schädigende Wirkung direkt die Atemwege.

In stark schadstoffbelasteten Gebieten sind die Pollen ebenfalls den Schadstoffen ausgesetzt, nehmen diese auf und verändern dadurch möglicherweise ihren allergener Charakter.

it Frühlingsbeginn brechen die Blütenkätzchen der Birke auf und geben ihre stark allergenen Pollen in die Luft ab. - Foto: © Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz, E. Bucher, 2021



Eine weitere Ursache liegt laut Polleninformationsdienst Südtirol in den veränderten Lebensbedingungen und Lebensgewohnheiten der Bevölkerung: Menschen halten sich immer mehr in Innenräumen auf. Um Energie zu sparen, werden Wohnungen und Häuser isoliert und abgedichtet, dies begünstigt den Anstieg der Schadstoffe und Allergene in Innenräumen.

Auch eine übertriebene Hygiene fördert das Auftreten von Allergien, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern.

Ratschläge für Pollenallergiker

Um sich Linderung bei den typischen Symptomen einer Pollenallergie zu verschaffen, gibt der Polleninformationsdienst Südtirol einige nützliche Ratschläge auf seiner Website.

Während der für sie kritischen Pollensaison sollten Allergiker Aufenthalte im Freien einschränken. „Vermeiden Sie insbesondere jene Orte, an denen die für Sie gefährlichen Pflanzen wachsen. An warmen, sonnigen, trockenen und leicht windigen Tagen ist die Luft besonders pollenreich.
Nach einem Aufenthalt im Freien ist es ratsam zu duschen, um eventuell von den Haaren eingefangene Pollen auszuwaschen“, rät der Polleninformationsdienst.

Durch die Luft können Pollen weite Strecken zurücklegen. - Foto: © Shutterstock / shutterstock


Die während des Tages getragenen Kleidungsstücke sollten nicht im Schlafzimmer aufbewahrt werden. Außerdem sollte die Wäsche nicht im Freien trocknen (Gefahr der Anlagerung von Pollen).

Die Pollenkonzentration in Innenräumen kann durch den Einsatz von Klimaanlagen oder Lüftungssystemen mit speziellen Filtern verringert werden. Vergessen Sie nicht, die Filter sorgfältig und regelmäßig zu reinigen.

Für den Urlaub sind Aufenthalte am Meer oder im Gebirge zu empfehlen: Die tagsüber vom Meer Richtung Festland wehende Brise ist kaum mit Pollen belastet und in höheren Lagen ist die Pollenproduktion meist geringer.

Bei der Urlaubsplanung an fernen Orte sollte auch die Pollenflugkalender des Reiseziels beachtet werden. Die Blütezeit der für kritischen Pflanzen unterscheidet sich möglicherweise von der am Heimatort.

Beim Autofahren sollten Sie die Fenster schließen.

„Wenden Sie sich an den Facharzt. Er kann durch gezielte Untersuchungen die für Ihre Beschwerden verantwortlichen Pollenarten ermitteln und Sie über Therapiemöglichkeiten informieren“, lautet es abschließend auf der Website des Polleninformationsdienstes.

Pollenflugkalender

Die Ausarbeitung der über mehrere Jahre gesammelten Daten erlaubt dem Polleninformationsdienst Südtirol die Erstellung von Pollenflugkalendern. Sie geben einen Überblick des Jahresverlaufs der Pollenkonzentrationen in der Luft, aufgegliedert nach Pflanzenart und bezogen auf ein bestimmtes Gebiet.

In Südtirol sind Pollenflugkalender der Erhebungsstationen von Bozen, Schlanders und Bruneck verfügbar; sie basieren auf Daten der letzten 10 Jahre. Außerdem finden Sie Pollenflugkalender von Erhebungen in einigen alpinen Seitentälern: Sulden, Prettau (Ahrntal) und Grub (Langtaufers). Hier geht es zum Kalender.

pho

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