<b>Von Florian Mair</b><BR /><BR />Zur Ahrntaler Bergrettung kam Nikolaus „Niggl“ Oberhollenzer spontan. „Als Kollegen haben wir geklettert und uns darüber unterhalten, mehr in diese Welt einzusteigen. Dann sind wir mit der Bergrettung in Kontakt gekommen, haben uns das Ganze angeschaut und sind beigetreten“, erzählt der waschechte „Teldra“, wie die Ahrntaler auch genannt werden.<BR /><BR /> Die Vorbereitung auf den Klettertest war kurz, aber sie reichte trotzdem: „Nur eine Woche lang konnten wir darauf hinarbeiten. Zu viert sind wir dann am Sellastock angetreten – und haben bestanden.“ Seit damals, also seit knapp 20 Jahren, ist „Niggl“ Oberhollenzer fester Bestandteil der Bergrettungsstelle Ahrntal im AVS. Seine noch größere Leidenschaft entdeckte er einige Jahre später in der Suchhundearbeit. Bei Übungen mit Hundeführern kam er erstmals intensiver damit in Berührung.<h3> Eine goldrichtige Entscheidung</h3>„Dieser Bereich in der Bergrettung hat mich nicht mehr losgelassen, auch, weil es einige Lawinenereignisse gegeben hatte“, blickt er zurück. „Ich habe mir das angeschaut und beschlossen, diesen Weg zu gehen und mir einen Hund zuzulegen.“ Die Entscheidung für seinen ersten eigenen Vierbeiner fiel rasch: „Mein Vater war zwar dagegen – aber der Hund war ja schon bestellt, als ich ihm von meinem Vorhaben erzählte“, berichtet Oberhollenzer schmunzelnd. „Und meine Entscheidung war goldrichtig. So sieht es inzwischen auch mein Vater.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1310667_image" /></div> <BR />Mit dem Rüden Ludwig absolvierte Oberhollenzer eine umfassende Ausbildung und bestand die Prüfungen im Sommer wie im Winter. Über die Jahre entwickelte sich ein eingespieltes Team, das auch im Einsatz überzeugen konnte. „Wir hatten schon einige Erfolge. Wir sind ein tolles Gespann – privat und im Dienste der Menschen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1310670_image" /></div> <BR /> Heute ist Ludwig fast zwölf Jahre alt und steht vor dem Ruhestand. „Solange er aber fit ist, bleibt er natürlich im Dienst“, verspricht der Landesreferent. Gleichzeitig arbeitet Oberhollenzer bereits mit dem jungen Rüden Gustl, den er Schritt für Schritt an seine künftige Aufgabe als Suchhund heranführt – damit der 41-Jährige nicht ohne Vierbeiner dasteht, wenn Ludwig tatsächlich einmal pensionsreif ist. <BR /><BR />Denn die Ausbildung eines Suchhundes dauert Jahre – und „Niggl“ Oberhollenzer will keine Pause einlegen. „Natürlich bleibt unser Ludwig bis zu seinem letzten Tag bei mir und meiner Familie“, verspricht der „Teldra“. „Er gehört zu uns.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-74645904_listbox" /><h3> Seit zwei Jahren Landeschef</h3>Für Oberhollenzer ist die Arbeit als Hundeführer weit mehr als „nur“ ein Ehrenamt. „Als Hundeführer sind wir eine kleine, aber großartige Familie, die sich mit ihren Tieren eine Aufgabe geschaffen hat – mit viel Übung und großer Einsatzbereitschaft, wenn es um die Suche nach Vermissten und Verschütteten geht.“ Rund 30 Hundeführer zählt die Hundeführertruppe der Bergrettung im AVS landesweit – auch Frauen gehören dazu. Und sie stehen den Männern um nichts nach. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1310673_image" /></div> <BR />Etwa 70 Einsätze pro Jahr, wöchentliche Bezirksübungen – außer im August – sowie das tägliche Training der einzelnen Freiwilligen mit ihren Vierbeinern prägen den Alltag der Hundeführertruppe. Auch finanziell tragen die Hundeführer die Verantwortung selbst – vom Ankauf des Welpen bis hin zu Futter, Tierarzt und weiteren Spesen, die anfallen. „Das wissen viele Leute nicht“, berichtet Nikolaus Oberhollenzer. „Viele glauben sogar, dass die Bergrettung oder die öffentliche Hand die Hunde ankauft, die je nach Rasse mehr als 2.000 Euro kosten.“<BR /><BR />Seit zwei Jahren steht Oberhollenzer als engagierter Landesreferent an der Spitze der Hundeführer und ist damit auch Mitglied des Landesausschusses der Bergrettung im AVS. Nach dem Rücktritt seines Vorgängers Manfred Unterweger hat er die Führung dieser Einheit übernommen – heuer wurde er bei der Jahresversammlung im Amt bestätigt. „Ich bin stolz auf meine Truppe, die sich über Südtirol hinaus sehen lassen kann“, betont der 41-Jährige. „Und weil sie hinter mir steht, kann ich das Amt des Landesreferenten auch ausüben.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1310676_image" /></div> <BR />Aufgrund seines Engagements innerhalb der Bergrettung ist Oberhollenzers Zeitplan dicht. Allein im vergangenen Jahr war er 34 Tage ehrenamtlich auf Aus- und Weiterbildung. Umso wichtiger ist der Rückhalt seiner Familie, die seine Leidenschaft mitträgt – auch wenn sie oft verzichten muss. „Uns Hundeführern sollten eigentlich 13 Monate im Jahr zur Verfügung stehen“, sagt er mit einem Augenzwinkern. <BR /><BR />„Keine Sekunde bereue ich aber, die ich in dieses Ehrenamt investiere.“ Es sei einerseits eine Genugtuung, Menschen in Not zu helfen, als Bergretter und als Hundeführer – und andererseits mache das Arbeiten mit den Hunden viel Spaß. „Sie sind auch meine ständigen Begleiter“, fügt er hinzu. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1310679_image" /></div> <BR />Wenn es die Zeit erlaubt, findet Oberhollenzer Ausgleich in den Bergen – beim Klettern, Wandern, Skitourengehen oder Skifahren mit Familie und Kollegen. Aber auch ein Rockkonzert oder ein Saunabesuch gehören zur Freizeitgestaltung. Und manchmal wählt er bewusst das Einfache: „Es ist ein Genuss, ein gutes Stück Fleisch zu essen und ein kühles Blondes zu trinken.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1310682_image" /></div> <BR />Hin und wieder gönnen sich die Oberhollenzers aber auch einen Kurzurlaub, immer gemeinsam mit benachbarten oder befreundeten Familien. <BR /><BR /><embed id="dtext86-74645903_listbox" />