Dienstag, 26. Juni 2018

Noch kein Beschluss über Schiff „Lifeline“

Malta hat noch nicht entschieden, ob das von einer Hilfsorganisation betriebene Flüchtlingsschiff „Lifeline“ in La Valletta anlegen kann. Dies betonte ein Sprecher der Regierung laut „Malta Today“.

Noch immer durfte das von einer Hilfsorganisation betriebene Flüchtlingsschiff „Lifeline“ nirgendwo anlegen.
Noch immer durfte das von einer Hilfsorganisation betriebene Flüchtlingsschiff „Lifeline“ nirgendwo anlegen. - Foto: © APA/AFP

Für das Schiff zeichne sich eine „europäische Lösung“ ab, hatte zuvor Frankreichs Regierungssprecher Benjamin Griveaux am Dienstag im Radiosender RTL betont. Im Gespräch sei „eine Landung in Malta“.
Malta und Italien hatten der „Lifeline“ zuvor das Anlaufen eines Hafens verweigert. Das von der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline betriebene Schiff harrt deshalb seit Tagen mit 234 Flüchtlingen an Bord in internationalen Gewässern vor der Küste Maltas aus.

„Lifeline“ keine Genehmigung zum Anlegen

Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli bekräftigte am Dienstag, dass Schiffe von Hilfsorganisationen, die Flüchtlinge vor der libyschen Küste aufnehmen, keine italienischen Häfen mehr anlaufen dürfen. Toninelli, der als Verkehrsminister für die italienischen Häfen zuständig ist, betonte, dass die „Lifeline“ keine Genehmigung zum Anlegen in Italien erhalten werde. Die Regierung in Rom hatte zudem mit der Beschlagnahmung des Schiffes gedroht.

Lebensmitteln und Trinkwasser eingetroffen

Die Flüchtlinge auf der „Lifeline“ waren am Donnerstag nahe der libyschen Küste aufgenommen worden. Am Sonntag traf nach Angaben von Mission Lifeline eine Versorgungslieferung aus Malta mit Lebensmitteln und Trinkwasser ein. Die Schiffe „Sea-Eye“ und „Sea-Watch“ hätten zudem Medikamente und Decken gebracht.

Dänische Containerschiff durfte in Italien anlegen

Das dänische Containerschiff mit mehr als 100 geretteten Migranten an Bord hat inzwischen nach tagelangem Warten in Italien angelegt. Während die „Lifeline“ mit rund doppelt so vielen Insassen weiter im Meer vor Malta ausharren muss, konnte der Frachter nach Medienberichten in der Nacht auf Dienstag im sizilianischen Pozzallo ankern.

„Wir Italiener haben ein gutes Herz“

„Im Gegensatz zu (Frankreichs Präsidenten Emmanuel) Macron haben wir Italiener ein gutes Herz“, sagte der italienische Innenminister Matteo Salvini. An Bord des dänischen Containerschiffes befanden sich Migranten, die auf Anweisung der italienischen Küstenwache im Mittelmeer gerettet worden waren. „Schiffe ausländischer NGOs mit ausländischer Flagge werden nie wieder in Italien einfahren“, sagte Salvini laut Medienangaben vom Dienstag.

apa

stol