Samstag, 16. Januar 2016

Nordkorea deutet erneut Bereitschaft zu Atomtest-Moratorium an

Nach seinem jüngsten Atomversuch hält Nordkorea nach eigenen Angaben einen Vorschlag für einen vorläufigen Teststopp aufrecht, falls die USA ihre Militärübungen mit Südkorea aussetzen. Ähnliche Vorschläge hatten die USA vor einem Jahr als „indirekte Drohung“ bereits abgelehnt.

Laut einer Erklärung des nordkoreanischen Außenministeriums seien alle Angebote für einen Friedensvertrag weiterhin gültig.
Laut einer Erklärung des nordkoreanischen Außenministeriums seien alle Angebote für einen Friedensvertrag weiterhin gültig. - Foto: © LaPresse

In einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang hieß es am Freitagabend, auch das Angebot für einen Friedensvertrag sei weiter gültig. Alle entsprechenden Vorschläge „für die Wahrung von Frieden und Stabilität auf der (koreanischen) Halbinsel und Nordostasien“ seien noch wirksam, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert.

Nordkorea will "Fähigkeiten für einen Atomangriff" ausbauen

Zugleich betonte der Sprecher, Nordkorea werde „seine Fähigkeiten für einen Atomangriff“ ausbauen. Den USA wurde eine feindselige Politik unterstellt. Das kommunistische Regime wirft den USA und Südkorea regelmäßig vor, mit ihren gemeinsamen Manövern einen Angriff vorbereiten zu wollen, was beide Länder bestreiten.

Nordkorea behauptet, bei dem Test am Mittwoch vergangener Woche sei erstmals eine Wasserstoffbombe gezündet worden. Der Test hatte weltweit Empörung ausgelöst. Westlichen Experten zufolge deutet die Analyse der Erschütterungen eher auf den Test einer herkömmlichen Atombombe hin. Eine H-Bombe ist um ein Vielfaches stärker.

dpa

stol