Dienstag, 07. März 2017

Nordkorea verbietet Malaysiern die Ausreise - „Geiselnahme“

Im Streit mit Malaysia über den Giftmord am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un will Nordkorea keine malaysischen Bürger mehr ausreisen lassen. Die malaysische Botschaft in Pjöngjang sei über das vorübergehende Ausreiseverbot informiert worden, berichteten Nordkoreas Staatsmedien am Dienstag.

Nordkorea verschärft sein Verhältnis zu Malaysia.
Nordkorea verschärft sein Verhältnis zu Malaysia. - Foto: © shutterstock

Kuala Lumpur müsse die Sicherheit der nordkoreanischen Bürger in Malaysia durch eine „faire Aufklärung des Falls“ garantieren. Nordkorea steht im Verdacht, den Anschlag im Februar auf Kims Halbbruder Kim Jong Nam mit dem gefährlichen Nervengas VX auf dem Flughafen in Kuala Lumpur in Auftrag gegeben zu haben.

Nach Informationen der malaysischen Nachrichtenagentur Bernama sollen sich aktuell neun Malaysier in Nordkorea aufhalten: drei Diplomaten sowie sechs Familienangehörige.

Malaysias Ministerpräsident wirft Nordkorea Geiselnahme vor

Malaysias Ministerpräsident Najib Razak hat das von Nordkorea verhängte Ausreiseverbot für malaysische Staatsbürger in scharfen Worten verurteilt. „Mit dieser verabscheuenswürdigen Maßnahme, die in völliger Missachtung des Völkerrechts und diplomatischer Normen steht, werden unsere Bürger als Geiseln genommen“, sagte Razak am Dienstag in Kuala Lumpur.

apa/dpa

stol