Dienstag, 26. September 2017

Nordkorea wertet Trumps Worte als „Kriegserklärung“

Der Atomstreit zwischen Nordkorea und den USA spitzt sich weiter zu: Nordkorea fasse die jüngsten Kommentare von US-Präsident Donald Trump als „Kriegserklärung“ auf, sagte Außenminister Ri Yong-ho laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap am Montag in New York.

Kim Jong Un und Donald Trump wetzen die Messer.
Kim Jong Un und Donald Trump wetzen die Messer. - Foto: © APA/AFP

„Das ist ganz klar eine Kriegserklärung, weil solche Worte von einem amtierenden amerikanischen Präsidenten kommen“, äußerte der Chef-Diplomat des autoritär regierten Landes bei einem kurzfristig einberufenen Presseauftritt vor einem Hotel in der US-Metropole.

Trump hatte am Samstag getwittert, Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und seine Regierung würden „nicht mehr lange hier sein“. Am selben Tag schickten die USA mehrere Langstreckenbomber aus Guam und Kampfjets in den internationalen Luftraum östlich von Nordkorea, um im Streit um das Atomprogramm Nordkoreas Stärke zu demonstrieren.

Das Weiße Haus bezeichnete den Vorhalt des nordkoreanischen Außenministers als absurd, die USA hätten seinem Land den Krieg erklärt. Das sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders in Washington.

Das US-Verteidigungsministerium will sich von Nordkorea nicht unbegrenzt herausfordern lassen. „Wenn Nordkorea seine Provokationen nicht einstellt, werden wir dem Präsidenten Optionen anbieten, um mit Nordkorea umzugehen“, sagte Pentagon-Sprecher Robert Manning in der US-Hauptstadt. Welche Möglichkeiten Trump unterbreitet würden, sagte er nicht.

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA über die Raketen- und Atomtests von Pjöngjang hatte sich zuletzt bei der UN-Vollversammlung in der vergangenen Woche weiter zugespitzt. Trump hatte am vergangenen Dienstag in New York gedroht, Nordkorea bei einem Angriff „total zu zerstören“. Das Atomprogramm des Landes sei eine Gefahr für die ganze Welt.

Nordkoreas Machthaber hatte daraufhin in einer Erklärung Trump als „geisteskranken“ Greis beschimpft und damit gedroht, ihn „auf jeden Fall mit Feuer zu bändigen“. Am Sonntag hatte Trump neue Einreisebeschränkungen für Menschen aus Nordkorea und sieben weiteren Ländern verkündet. Damit wolle er die Terrorbedrohung für die USA verringern, betonte das Weiße Haus.

apa/dpa

stol