Freitag, 23. Juni 2017

Nordtirol: Spanferkelkopf vor türkischem Verein

Der Kopf eines gegrillten Spanferkels, der in der Nacht auf den 28. Mai am Grundstück des türkischen Kulturvereins ATIB in Schwaz landete, hat das Tiroler Landesamt für Verfassungsschutz auf den Plan gerufen.

Der Kopf eines gegrillten Spanferkels, der in der Nacht auf den 28. Mai am Grundstück des türkischen Kulturvereins ATIB in Schwaz landete, hat das Tiroler Landesamt für Verfassungsschutz auf den Plan gerufen.
Der Kopf eines gegrillten Spanferkels, der in der Nacht auf den 28. Mai am Grundstück des türkischen Kulturvereins ATIB in Schwaz landete, hat das Tiroler Landesamt für Verfassungsschutz auf den Plan gerufen. - Foto: © shutterstock

Das Interesse der Ermittler dürfte wohl auch ein am Vorabend des Geschehens veranstaltetes Spanferkelessen der Ortsgruppe des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ) geweckt haben.

Laut einem Bericht der „Tiroler Tageszeitung“ (Freitag-Ausgabe) sollen dem Vernehmen nach bereits zwei Verdächtige ausgeforscht worden sein. Dies bestätigte die Polizei am Freitag gegenüber der APA nicht – nur soviel: „Derzeit werden Ermittlungen geführt“, so ein Polizeisprecher. In welche Richtung diese liefen, wollte das Landesamt für Verfassungsschutz vorerst aber nicht kommentieren. Ermittelt werde unter anderem wegen des Verdachts der Herabwürdigung religiöser Symbole.

Vorsitzende verspricht Konsequenzen

Das RFJ-Gartenfest wurde laut TT auch im sozialen Netzwerk Facebook dokumentiert. Dabei seien Fotos der Runde und des in Alufolie gehüllten Spanferkels mit dem Kommentar „Ramadan mit dem RFJ Schwaz“ versehen worden. FPÖ-Landesparteisekretär Christofer Ranzmaier, der u. a. mit Frauenvorsitzender Evelyn Achhorner am Grillfest teilgenommen habe, erklärte gegenüber der TT: „Bisher ist uns nicht bekannt, dass Gäste des Spanferkelessens etwas mit der Sache zu tun haben. Ich habe extra nachgefragt, weil ich ja anfangs dabei war.“ Sollte es Verbindungen geben, würden aber „entsprechende Konsequenzen“ folgen.

Grüne üben Kritik

Kritik kam indes vom Grünen-Klubobmann Gebi Mair: „Dieser Kommentar auf Facebook und dieser Vorfall belegen für mich, welche Geisteshaltung in der FPÖ nicht nur geduldet wird, sondern sogar hofiert wird“. Seit FPÖ-Chef Markus Abwerzger das Ruder bei den Freiheitlichen in Tirol übernommen habe, seien „rechtsextreme Positionen und Personen“ wieder „salonfähig“ geworden. „Mit Abwerzger ist die Partei in Tirol weiter nach rechts gedriftet als je zuvor“, meinte Mair in einer Aussendung am Freitag.

apa

stol