Samstag, 02. September 2017

Numerus Clausus an humanistischen Fakultäten in Italien rechtswidrig

Ein Verwaltungsgericht in Rom hat den Beschluss der Staatlichen Universität Mailand für rechtswidrig erklärt, einen Numerus Clausus auch für humanistische Fakultäten einzuführen.

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Die Mailänder Universita Statale war wegen ihres Vorhabens, ab dem nächsten akademischen Jahr die Zahl der Studienplätze für Philosophie, Literatur, Kunst, Geschichte und Geografie einzuschränken, heftig kritisiert worden. Studentenverbände legten bei Gericht in Rom Einspruch ein und setzten sich damit durch.

„Der Numerus Clausus ist gesetzwidrig und verstößt gegen das Prinzip des freien Zugangs zu den Universitäten“, betonten die Studentenverbände. Alle Studenten, die sich für die Tests zur Zulassung an die humanistischen Fakultäten der Mailänder Universität registriert haben, erhalten jetzt automatisch den Zugang zur Universität. Die Mailänder Universität gibt sich jedoch nicht geschlagen und will den Gerichtsbeschluss anfechten.

Medizin weiterhin beliebt

Unterdessen wächst die Zahl der jungen Italiener, die trotz Beschränkung Medizin studieren wollen. Am Dienstag beginnen an den italienischen Universitäten die Tests für die Zulassung zu den medizinischen Fakultäten. 66.907 Kandidaten rittern um einen Studienplatz, das sind 4.200 mehr als im Vorjahr.

Der Wettbewerb ist hart: Nur einer von 6,7 Kandidaten erhält im Durchschnitt einen Platz. In der kommenden Woche sind auch die Tests für die Zulassung zu den Fakultäten für Veterinärmedizin sowie Architektur geplant, wo der Zugang ebenfalls per Numerus Clausus geregelt ist.

apa

stol