Mittwoch, 30. März 2016

Nun will auch Holland vor den Terror-Brüdern gewarnt haben

Gut eine Woche nach den Anschlägen von Brüssel gibt es neue Hinweise auf Pannen bei den belgischen Sicherheitsbehörden.

Ibrahim und Khalid El Bakraoui
Ibrahim und Khalid El Bakraoui - Foto: © APA/AFP

Die niederländische Regierung wurde nach eigenen Angaben sechs Tage vor den Anschlägen von den USA über die späteren Attentäter Ibrahim und Khalid El Bakraoui informiert – und leitete diese Hinweise auch an Belgien weiter.

Die belgische Polizei, die bereits wegen angeblich ignorierter Warnungen der Türkei in der Kritik steht, wies die Angaben zurück. Bei dem Treffen am 17. März sei es nicht um die Bakraoui-Brüder gegangen, sondern um eine Razzia in Brüssel am 15. März, bei der ein algerischer Terrorverdächtiger festgenommen wurde. Der Mann wurde in einer Wohnung gefasst, die Khalid El Bakraoui unter falschem Namen angemietet hatte.

Warnungen aus der Türkei

Zuvor hatte schon die Türkei den belgischen Behörden vorgeworfen, sie hätten Warnungen ignoriert, dass Ibrahim El Bakraoui ein „terroristischer Kämpfer“ sei. Er war im Juni in der Türkei festgenommen und in die Niederlande abgeschoben worden. Nach Angaben der niederländischen Regierung stand Ibrahim el Bakraoui seit September auf einer Überwachungsliste.

Am Dienstag vergangener Woche hatten sich Ibrahim El Bakraoui und ein weiterer Selbstmordattentäter, Najim Laachraoui, am Flughafen Brüssel-Zaventem in die Luft gesprengt. Kurz danach verübte Khalid El Bakraoui einen Selbstmordanschlag in der U-Bahn-Station Maelbeek. Nach neuen Angaben der belgischen Regierung wurden 32 Menschen getötet. 94 der 340 Verletzten werden derzeit noch in Krankenhäusern behandelt.

Vom „Mann mit Hut“ fehlt noch immer jede Spur

Die belgische Polizei fahndet außerdem noch nach einem dritten Flughafen-Attentäter, dem sogenannten Mann mit Hut.

apa/afp

stol