Warum unsere Kolumnistin immer noch an das Gute glaubt? Aus Überzeugung!<BR /><BR /><BR /><BR />Wie schnell die Zeit vergeht. Gerade noch bist du mit Krähenbeinchen vor mir gestanden. Und jetzt trägst du Siebenmeilenstiefel und gestaltest dein Leben alleine. „Mama, gibt es Schutzengel? Und den lieben Gott?“ Das hast du gefragt, damals, mit leuchtenden Kinderaugen, die noch Wunder sehen. <BR /><BR />Freilich gibt es sie! So leicht ist das zu sagen, wenn man glücklich ist und die Welt noch hell... <BR /><BR />Vor ein paar Tagen bist du von der Uni nach Hause gekommen. Den Koffer voller Bücher, das Herz voller Sorgen. „Mama, glaubst du wirklich, dass wir die Erderwärmung stoppen können? Schau doch, was sich auf der Welt abspielt. Alles scheint sich nur um Profit zu drehen, der Klimagipfel ist ein Hohn und ich befürchte, dass meine Kinder, sollte ich jemals welche bekommen, keine Zukunft haben. Von der 4. Corona-Welle erst gar nicht zu sprechen“, sagt sie. <BR /><BR />Und plötzlich sitzt keine junge, strahlende Frau vor mir, sondern ein uralter, abgeklärter Mensch, der den Glauben verloren hat. <BR /><BR />Freilich werden wir das Ruder herumreißen und die Pandemie in den Griff bekommen. So schwer ist das zu sagen, wenn Ängste hereinbrechen, und die Welt immer dunkler wird. Ja, ich weiß! Das ist alles viel zu viel! Nachrichtenkanälen streuen pausenlos Horrormeldungen ins Gemüt, die Gesellschaft ist gespalten und die Menschen werden immer egoistischer und aggressiver, antworte ich stattdessen. <BR /><BR />„Und du glaubst immer noch an das Gute...“ Natürlich, mein Kind. Aus Überzeugung! Weil es genauso da ist. Man muss nur manchmal genauer schauen, um es zu sehen. Es wird viele junge, gebildete, engagierte und entschlossene Menschen wie dich brauchen, um die Welt zu retten. <BR /><BR />Das enthebt uns, die Alten, nicht ihrer Verantwortung! JEDER muss seinen Beitrag leisten. JETZT! Nicht erst morgen! Und man kann so viel tun – vom Kauf regionaler Produkte über den Tierschutz bis zum weniger Fliegen und der Abkehr von fossilen Brennstoffen. Zugegeben, es wird ein harter Kampf. Nur mit der Hoffnung an unserer Seite, können wir ihn gewinnen. Sie zu verlieren, ist keine Option!<BR /><BR /><BR />ZUR PERSON<BR /><BR />In einer wöchentlichen Kolumne schreibt Irina Lino auf s+ über aktuelle Themen verschiedenster Art. Irina Lino ist 1967 in Klagenfurt geboren und seit 1987 Kulturjournalistin. Zahlreiche Beiträge in Büchern und Katalogen zu Kulturthemen; seit 2009 Kultur-Ressortleiterin der „Kronen Zeitung“ Kärnten sowie Kolumnistin.<BR />