Samstag, 03. Oktober 2015

Obama macht Kongress für Waffengewalt mitverantwortlich

Nach dem neuerlichen Amoklauf an einer US-Hochschule hat US-Präsident Barack Obama den Kongressmitgliedern und anderen Politikern eine Mitschuld an der anhaltenden Waffengewalt im Land gegeben. Der Mangel an schärferen Kontrollen sei „eine politische Entscheidung“, sagte Obama am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Barack Obama gab dem amerikanischen Kongress eine Mitschuld am Amoklauf in Oregon. Immer wieder kommt es in den USA aufgrund der lockeren Waffengesetzen zu solchen Schießereien.
Barack Obama gab dem amerikanischen Kongress eine Mitschuld am Amoklauf in Oregon. Immer wieder kommt es in den USA aufgrund der lockeren Waffengesetzen zu solchen Schießereien. - Foto: © APA/AP

Mit Blick auf die Schießerei am Donnerstag in Oregon sagte er, derartige Bluttaten seien „nicht normal“. Amerikaner seien nicht gewalttätiger als Menschen in anderen Ländern. Dafür gebe es keine Anzeichen, sagte Obama weiter. Zwar seien junge Männer gewalttätiger als der Rest der Bevölkerung, das sei aber kein rein amerikanisches Problem.

„Die Gewaltraten der Vereinigten Staaten liegen gleichauf mit denen anderer fortschrittlicher Länder“, sagte der US-Präsident. Die Mordraten sowie die Statistiken zu Waffengewalt und Schießereien unterschieden sich aber.

Bei Wahlen die Haltung der Kandidaten zu Waffengesetzen berücksichtigen

„Ich denke, dass wir dies ändern müssen. Doch ich kann das nicht allein tun“, betonte der Präsident, der sich immer wieder vergeblich für härtere Regeln eingesetzt hat. Obama rief die Wähler auf, künftig bei den Wahlen die Haltung ihrer Kandidaten in der Frage der Waffengesetze zu berücksichtigen.

„Ihr müsst sicherstellen, dass jeder, für den Ihr stimmt, in dieser Frage auf der richtigen Seite steht“, sagte Obama. Er werde „regelmäßig“ die Untätigkeit der Republikaner ansprechen, die im Kongress seit Jahren eine Verschärfung der Waffengesetze blockieren.

Ein junger Mann hatte am Donnerstagvormittag in einer Hochschule im US-Staat Oregon neun Menschen erschossen, bevor er bei einem Schusswechsel mit der Polizei selbst getötet wurde. Laut der Polizei war er mit sechs Waffen ausgerüstet, zudem hatte er sieben weitere Schusswaffen zuhause.

Obama: "Schießereien zur Routine geworden"

Alle waren demnach legal erworben. Obama hatte sich bereits am Donnerstag verärgert und betrübt gezeigt, dass derlei Schießereien mittlerweile „zu einer Art Routine“ geworden seien.

Die Polizei veröffentlichte unterdessen die Namen der Todesopfer von Roseburg. Die Opfer im Alter zwischen 18 und 59 Jahren, der getötete Professor war 67 Jahre alt. Zwei der Getöteten waren Mitglied der Feuerwehr. Die Zahl der Verletzten korrigierte Polizeisprecher John Hanlin unterdessen von sieben auf neun.

apa/afp/dpa

stol