Freitag, 24. April 2015

Obama spricht weiter nicht von Völkermord an Armeniern

Zum 100. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich hat US-Präsident Barack Obama diese erneut nicht als Genozid bezeichnet.

Barack Obama
Barack Obama - Foto: © LaPresse

„Die Armenier des Osmanischen Reichs wurden deportiert, massakriert und marschierten in den Tod, ihre Kultur und ihr Erbe in ihrer alten Heimat wurden ausgelöscht“, erklärte Obama am Donnerstag.

„Inmitten entsetzlicher Gewalt, die auf allen Seiten Leid verursachte, kamen eineinhalb Millionen Armenier ums Leben“, hieß es weiter. Armenien gedenkt heute der Massaker der Jahre 1915 bis 1917 am Freitag in der Hauptstadt Eriwan, von US-Seite wird Finanzminister Jack Lew erwartet.

Nach armenischer Schätzung starben damals etwa 1,5 Millionen Menschen. Die Türkei lehnt entgegen der Meinung eines Großteils der Historiker eine Einstufung der Massaker als Völkermord ab.

Im US-Kongress wurde im März eine Resolution vorgelegt, die Obama zur offiziellen Anerkennung des Völkermords aufrief. Im Wahlkampf des Jahres 2008 hatte dieser den Begriff noch genutzt. Am Donnerstag erklärte er, sein Standpunkt habe sich „nicht geändert“.

apa/afp

stol