Dienstag, 30. August 2016

Obama will mit Erdogan über Differenzen im IS-Kampf sprechen

Vor Beginn des G-20-Gipfel wird US-Präsident Barack Obama am Sonntag in der ostchinesischen Stadt Hangzhou mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammentreffen. Obama wird dabei auch die Differenzen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ansprechen, teilte US-Vizesicherheitsberater Ben Rhodes mit.

Obama will mit Erdogan im Kampf gegen den IS vereint bleiben.
Obama will mit Erdogan im Kampf gegen den IS vereint bleiben. - Foto: © LaPresse

Die türkische Armee war in den vergangenen Tagen über die Grenze nach Nordsyrien vorgestoßen und hatte dort auch die von den USA unterstützten kurdischen Kämpfer angegriffen. Rhodes sagte, die USA wollten vermeiden, dass Mitglieder der Koalition im Kampf gegen IS gegeneinander vorgingen. Obama wolle mit Erdogan darüber sprechen, „dass wir vereint bleiben müssen in unseren Bemühungen, den IS zu besiegen“.

USA unterstützt die Sicherung der türkischen Grenze

Im Mittelpunkt dürften die Lage in der Türkei nach dem Putschversuch, der Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und die Flüchtlingskrise stehen, sagte der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes am Dienstag. Auch die Vorstöße der türkischen Streitkräfte über die Grenze nach Nordsyrien sollen angesprochen werden.

Die USA unterstützten die Absicht der Türkei, die Grenze bei Jarablus zu sichern, lehnten aber ein Vorgehen weiter südlich und Kämpfe gegen die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) ab. Washington habe dieses von Kurden angeführte Bündnis auch aufgefordert, nicht militärisch gegen türkische Streitkräfte vorzugehen.

Die Kurdenmiliz habe zugesagt, sich östlich hinter den Fluss Euphrat zurückzuziehen. „Wir haben genug Arbeit damit, den IS gemeinsam zu konfrontieren und zu bekämpfen“, sagte Rhodes.

Beziehungen zwischen Türkei und USA angespannt

Weitere Themen des Gesprächs zwischen Obama und Erdogan sollen die Flüchtlingskrise sowie die Lage in der Türkei nach dem Putschversuch im Juli sein. Die Beziehungen zwischen Ankara und Washington sind gespannt, weil die Türkei den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen als Drahtzieher des gescheiterten Armeeaufstandes ansieht.

Die türkische Regierung drängt auf eine Auslieferung Gülens, hat aber nach Darstellung Washingtons bisher keine Beweise für eine Verwicklung des früheren Erdogan-Weggefährten in den Putsch vorgelegt.

apa/dpa

stol