Donnerstag, 21. Januar 2016

„Obergrenze treibt Flüchtlinge in die Hände von Schleppern“

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ warnt vor den humanitären Folgen der von der Regierung angekündigten Asylwerber-Obergrenze.

Franz Luef, Migrationsexperte von Ärzte ohne Grenzen Österreich, befürchtet, dass die Flüchtlinge damit wieder in die Hände von Schleppern getrieben werden. An die von der Regierung erhoffte abschreckende Wirkung glaubt er nicht, wie Luef der APA sagte.

Die Politik müsse sich „der humanitären Konsequenzen dieser Entscheidungen bewusst sein“, fordert Luef: „Das wird nur dazu führen, dass alle Menschen auf der Flucht noch mehr Risiken ausgesetzt sind und noch mehr in die Hände von Schleppern gedrängt werden.“

In einem erst diese Woche veröffentlichten Bericht hatte „Ärzte ohne Grenzen“ legale Einreisemöglichkeiten für Flüchtlinge nach Europa gefordert und kritisiert, dass die restriktive Politik der EU-Staaten die Lage der Flüchtlinge noch zusätzlich verschlimmere – allem voran die gefährliche Überfahrt über die Ägäis, aber auch Gewalt entlang der „Balkan-Route“. Migrationsexperte Luef zeigt sich daher enttäuscht, dass Österreich nun zusätzliche Restriktionen plant.

apa

stol