Dienstag, 30. August 2016

Österreich: 2 Millionen Euro Hilfe für Aleppo

Angesichts der großen humanitären Katastrophe in Aleppo beschließt der österreichische Ministerrat am Dienstag 2 Millionen Euro Hilfe für die umkämpfte syrische Stadt. Eine Million soll an das internationale Rote Kreuz (IKRK) und eine Million an österreichische NGOs fließen, „sobald Hilfe vor Ort wieder möglich ist“, verlautete aus dem Außenministerium.

Die medizinische Versorgung und die Versorgung der Kinder stehen im Vordergrund.
Die medizinische Versorgung und die Versorgung der Kinder stehen im Vordergrund. - Foto: © APA/AFP

Das Geld stammt aus dem Auslandskatastrophenfonds. Im Fokus der von Österreich unterstützten Hilfsaktivitäten stehen demnach die medizinische Versorgung sowie die Versorgung von Kindern. Das „SOS Kinderdorf“ ist als eine der wenigen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) noch direkt in Aleppo aktiv.

„SOS Kinderdorf“ arbeitet mit dem Syrisch-Arabischen „Roten Halbmond“ (SARC) zusammen. Sie versorgen gemeinsam ca. 12.000 Personen mit Lebensmitteln. „SOS Child Friendly Spaces“ (CFS) sollen in sicheren Gebieten nahe Aleppo aufgebaut werden. Das Sanieren von Schulen ist ein weiterer Schwerpunkt.

Humanitärer Hilfskorridor in Zukunft realistisch

„Österreich wird im Sinne seiner humanitären Tradition die humanitären Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft in Syrien weiter unterstützen“, sagte der österreichische Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP). „Derzeit bereitet die internationale Staatengemeinschaft Maßnahmen vor, um die Menschen auch in den am meisten umkämpften Gebieten versorgen zu können. Die Einrichtung eines humanitären Hilfskorridors erscheint für die nahe Zukunft realistisch“, so Kurz weiter.

In Aleppo beherrschen syrische Regierungstruppen den Westteil der Stadt. Den weitgehend abgeriegelten Osten halten verschiedene Gruppen von Gegnern des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad.

275.000 Menschen im Ostteil der Stadt sind von der humanitären Versorgung abgeschnitten, davon mindestens 75.000 Kinder in Ost-Aleppo. Es mangelt an Wasser, Nahrungsmitteln und Gesundheitsversorgung.

apa

stol